Zu wenig Freiwillige: Mit der Wehrpflicht kommt auch der Zivildienst zurück

Zu wenig Freiwillige: Mit der Wehrpflicht kommt auch der Zivildienst zurück
Foto: Symbolbild

Berlin. Anfang dieses Jahres wurde der Wehrdienst in Deutschland auf eine neue Grundlage gestellt, allerdings noch ohne allgemeine Dienstpflicht. Doch das dürfte sich bald ändern. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte bereits im Januar deutlich gemacht, daß eine Rückkehr zu verpflichtenden Elementen nicht ausgeschlossen sei. Sollten sich auf freiwilliger Basis zu wenige Soldaten finden, werde Deutschland um „eine Teil-Wehrpflicht“ oder andere verpflichtende Modelle möglicherweise nicht herumkommen.

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Nach Informationen der „Bild“-Zeitung ist es jetzt so weit - die Bundesregierung trifft Vorbereitungen für den Fall einer Wiedereinführung der Wehrpflicht. Demnach hat das bislang von Karin Prien (CDU) geführte Bundesfamilienministerium in den vergangenen Monaten die großen Sozialverbände befragt, ab wann und in welchem Umfang sie mögliche Wehrdienstverweigerer aufnehmen könnten.

Zu den befragten Organisationen gehören unter anderem Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Technisches Hilfswerk, Deutsche Sportjugend, Bund der Deutschen Katholischen Jugend und der Naturschutzbund Deutschland. Nach Angaben des Ministeriums haben 22 der 23 angeschriebenen Verbände ihre Bereitschaft signalisiert, für künftige Wehrdienstverweigerer ein „vielfältiges Angebot“ bereitzustellen.

Aus dem Ministerium heißt es dazu: „Zwar gibt es keinen Zivildienst, solange wir keine Wehrpflicht haben. Aber falls die Wehrpflicht einmal nötig werden sollte, müssen wir die Basis für einen modernen Zivildienst schon vorbereitet haben.“ Nach der parlamentarischen Sommerpause soll das Konzept eines neuen Zivildienstes öffentlich vorgestellt werden – es liegt also schon in der Schublade. Daraus kann unschwer gefolgert werden, daß auch der Pflicht-Wehrdienst praktisch abrufbereit ist.

Parallel dazu steigt die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung. Nach Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gingen im ersten Halbjahr 2026 schon 5.862 Anträge ein. (rk)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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