Regionalpräsident warnt die EU: „Wenn Ceuta untergeht, geht Europa unter“
Ceuta. Fast einen Monat nach dem verheerenden Illegalen-Tsumani, von dem die spanische Exklave Ceuta Ende Juli heimgesucht wurde, ist die Lage dort alles andere als normal. Noch immer halten sich mehrere tausend Migranten in Ceuta auf, machen Strände und Straßen unsicher und sorgen bei der einheimischen Bevölkerung für Unsicherheit.
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Jetzt will die EU der spanischen Exklave unter die Arme greifen – aber nicht etwa durch eine Verstärkung des Grenzschutzes, sondern durch zusätzliche finanzielle Mittel für die Migranten. Die EU-Kommission stellte Spanien 114,7 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld ist hauptsächlich für die Versorgung und Unterbringung der Illegalen vorgesehen, nur zum deutlich geringeren Teil für zusätzlichen Grenzschutz.
Geplant sind mehr Personal und Ausrüstung, Überwachungstechnik, Registrierungsstellen sowie Hilfen für Rückführungen. Vor allem aber soll die Unterbringung von Migranten und unbegleiteten Minderjährigen finanziert werden. Frontex, Europol und die EU-Asylagentur sollen die örtlichen Behörden zusätzlich unterstützen – aber nur bei der Verwaltung der Zuwanderung, nicht bei ihrer Verhinderung.
Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas ist damit unzufrieden. Er forderte in Brüssel eine dauerhafte Unterstützung durch europäische Grenzschutz- und Asylbeamte. Er beschrieb die Situation als „Dampfkochtopf, der jederzeit explodieren kann“, und sagte: „Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs.“ Nach seinen Angaben schlafen Migranten in Baracken oder am Strand; Einwohner mieden nachts teilweise das Freie. „Wenn Ceuta untergeht, geht Spanien unter, geht Europa unter“, sagte Vivas vor Journalisten.
Doch damit wird der Regionalpräsident in Brüssel kaum durchdringen. Er findet mit seinen Sorgen ja nicht einmal bei seiner eigenen Regierung in Madrid Gehör. (mü)
Bildquelle: podcast.jungeuropa.de
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