Razzien wegen gefälschter Sprachzertifikate: Bundesweit hunderte Fälle

Razzien wegen gefälschter Sprachzertifikate: Bundesweit hunderte Fälle
Foto: Symbolbild

Kempten/Berlin. Im Allgäu sind Ermittler gegen einen organisierte Betrug mit Sprach- und Einbürgerungsnachweisen vorgegangen. Am Mittwoch und Donnerstag durchsuchten Polizeibeamte und Staatsanwaltschaft insgesamt 19 Objekte im Raum Kaufbeuren, Marktoberdorf und Kempten. Dabei stellten sie 22 mutmaßlich gefälschte Sprachzertifikate sicher. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Urkundenfälschung sowie des Erschleichens aufenthaltsrechtlicher Vorteile.

   Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Nach Angaben der Ermittler sollen bei Ausländerbehörden gefälschte B1-Sprachzertifikate sowie Bescheinigungen über den Einbürgerungstest „Leben in Deutschland“ eingereicht worden sein. Beide Nachweise zählen zu den Voraussetzungen für verschiedene Aufenthaltsrechte und können je nach Einzelfall auch für Einbürgerungsverfahren erforderlich sein. Nach bisherigen Erkenntnissen waren den Behörden bereits vor den Durchsuchungen zahlreiche Verdachtsfälle aufgefallen.

Die Einbürgerungs- und Ausländerbehörden berichten bereits seit längerem über gefälschte oder unrichtige Sprachzertifikate. Belastbare Statistiken über das tatsächliche Ausmaß liegen nicht vor. Das Bundesinnenministerium verweist jedoch darauf, daß Fälschungen im gesamten Bundesgebiet auftreten und sogar über soziale Medien, das Internet oder persönliche Vermittler angeboten werden. Bei Verdachtsfällen werden Strafverfahren eingeleitet; erschlichene Einbürgerungen können unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen wieder zurückgenommen werden.

Auch Bayern war bereits mehrfach von ähnlichen Fällen betroffen. Nach einer Länderabfrage des Bundesinnenministeriums wurden allein dort bis 2025 insgesamt 213 mutmaßlich gefälschte Sprachzertifikate bekannt.

Einen weiteren Fall deckten Ermittler in Nürnberg Anfang des Jahres ein auf. Dort legten sogenannte Stellvertreter unter falschen Personalien Sprach- und Einbürgerungstests für andere Personen ab. Die Auftraggeber erhielten anschließend echte Prüfungszertifikate, die später in Aufenthalts- oder Einbürgerungsverfahren verwendet werden konnten. Die Ermittlungen erstrecken sich inzwischen auf mehrere Bundesländer. (rk)

Bildquelle: Pixabay 

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben

Keine Anmeldung nötig. Ihr Kommentar wird nach Prüfung durch die Redaktion freigeschaltet. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Newsletter

Bleiben Sie ZUERST! informiert

Neue Ausgaben, Hintergründe und Angebote – direkt in Ihr Postfach. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.