Raketenziel Leipzig: US-israelische Rüstungsfirma gefährdet die Messestadt

Raketenziel Leipzig: US-israelische Rüstungsfirma gefährdet die Messestadt
Foto: Symbolbild

Leipzig. Die Messemetropole Leipzig könnte zum neuen Standort für weitreichende Raketen werden – und damit im militärischen Ernstfall zum taktischen Angriffsziel. Das US-israelische Rüstungsunternehmen „Covenant“ plant im Norden der Stadt eine Produktionsanlage für den Langstrecken-Marschflugkörper „Anthem“. Ab 2027 sollen dort zunächst bis zu 1.000 Flugkörper jährlich entstehen. Für 2028 ist eine Jahresproduktion von bis zu 5.000 Stück vorgesehen.

 Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Gegen das Vorhaben formiert sich parteiübergreifender Widerstand. Im Leipziger Stadtrat und im Sächsischen Landtag äußerten AfD, BSW und Linke massive Bedenken. Eine Online-Petition fordert: „Aus der Stadt der Friedlichen Revolution darf keine Stadt der Waffen werden“. Selbst der Leipziger OB-Kandidat und sächsische Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) erklärte, Waffenproduktion sei „nicht die Zukunftsstrategie für diese Stadt“. Das industrielle Rückgrat Leipzigs solle nicht auf Rüstung aufgebaut werden.

Die AfD stellt vor allem die sicherheitspolitischen Folgen in den Mittelpunkt. Landes- und Fraktionschef Jörg Urban warnt vor einer möglichen Gefährdung Sachsens im Konfliktfall: „Eine solche Fabrik schützt die sächsischen Bürger nicht, sondern sie gefährdet sie aktiv, indem sie unsere Heimat im Krisenfall zu einem primären militärischen Angriffsziel macht“. Die AfD-Fraktion kündigte parlamentarische Anfragen an. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unterstützt die Ansiedlung.

„Anthem“ ist für Präzisionsangriffe auf Ziele im gegnerischen Hinterland vorgesehen und soll eine Reichweite von 1.500 Kilometern besitzen. Der Stückpreis pro Marschflugkörper wird im mittleren sechsstelligen Bereich veranschlagt - deutlich unter einer Million Dollar beziehungsweise Euro. Zum Vergleich: ein moderner „Tomahawk“ Block V kostet rund zwei Millionen US-Dollar, bei Exporten teils erheblich mehr. Solche Zahlenunterschiede sind aber rein akademischer Natur. Wenn der Standort  im Leipziger Norden im Ernstfall pulverisiert wird, fragt niemand mehr nach der Kostenersparnis. (rk)

Bildquelle: US Air Force/Gemeinfrei

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben

Keine Anmeldung nötig. Ihr Kommentar wird nach Prüfung durch die Redaktion freigeschaltet. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Newsletter

Bleiben Sie ZUERST! informiert

Neue Ausgaben, Hintergründe und Angebote – direkt in Ihr Postfach. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.