Paris in Flammen: Wer sind hier eigentlich die „Verschwörungstheoretiker“?
Paris/Brüssel. Es war natürlich alles wieder nur „Verschwörungstheorie“. Genau so verspottete das Social Media-Team der EU-Kommission im Mai auf X die Vorstellung eines verfallenden, im Chaos versinkenden Paris. Die Botschaft der Kommission lautete seinerzeit: „Der Kampf um die Deutungshoheit ist in vollem Gange.“ Die europäischen Länder seien immer wieder im Visier – vor allem vonseiten „autoritärer Staaten“ –, weshalb es gelte, „die Geschichten zu erzählen, die uns stark machen“. Der Aufruf gipfelte in der Forderung: „Schützen wir das, was zählt – unsere Demokratie.“
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Die aktuellen Aufnahmen aus Frankreich liefern nun reichlich Stoff für Spott. Nutzer kommentieren den kaum ein halbes Jahr alten Beitrag der EU-Kommission mit der Bemerkung „Gealtert wie Milch“ – eine Anspielung auf Prognosen, die sich rasch als falsch erweisen. Andere drehen die ursprüngliche Bildbotschaft um: nicht jene, die vor einem Niedergang Frankreichs gewarnt hätten, sondern die Optimisten seien die eigentlichen „Aluhutträger“ gewesen.
Der dahinter stehende Vorwurf lautet, Brüssel habe Warnungen vor wirtschaftlicher Stagnation, kulturellem Niedergang und den Folgen politischer Fehlentscheidungen, an denen es nicht fehlte, vorschnell als „Verschwörungstheorien“ abgetan. Die aktuellen Ausschreitungen ließen sich schließlich nicht als bloße Phantastereien abtun.
Der Schaden für die Glaubwürdigkeit der Eurokraten ist erheblich. Ausgerechnet ihr eigener Versuch, Kritiker lächerlich zu machen, liefert ihren Gegnern im Licht der jüngsten Ereignisse eine Steilvorlage. (mü)
Bild von Hubert de Thé auf Pixabay
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