Neuer Illegalen-Ansturm über den Ärmelkanal: 230 Migranten in einem Boot
Cherbourg/London. Angesichts der warmen Sommertemperaturen und ruhigerer Meeresströmungen erreicht die illegale Migration von Frankreich nach England in diesen Wochen einen neuen Höhepunkt. Jetzt hat ein Schlauchboot mit 230 Illegalen den Ärmelkanal überquert. Nach Angaben der französischen Seenotrettung SNSM befanden sich damit noch nie so viele Menschen auf einem einzelnen Schlauchboot. SNSM sprach von einer „neuen, traurigen Höchstzahl“.
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Das rund 15 Meter lange Boot startete am Sonntagabend unter chaotischen Bedingungen im Nordosten Frankreichs. Französische Rettungskräfte begleiteten das Boot bis in britische Gewässer, dort übernahmen britische Einsatzkräfte. Jean-Marc Lamblin von der örtlichen SNSM bestätigte die Zahl von 230 Insassen auch gegenüber AFP; die BBC berichtete ebenfalls darüber.
Erst in der Vorwoche war ein Boot mit mehr als 150 Menschen auf der Überfahrt nach Großbritannien nach einem Brand gekentert. Lamblin sagte dazu: „Wir dachten nicht, daß es noch mehr sein könnten.“ Mittlerweile gebe es „keine Grenzen mehr“.
Der britische Premierminister Andy Burnham machte „skrupellose Schleuserbanden“ verantwortlich. Ein Regierungssprecher erklärte, diese seien bereit, „für Profit Menschenleben zu riskieren“. Das Innenministerium sprach von „kriminellen Banden, die diese Überfahrten organisieren“.
London hat seine Asylpolitik zuletzt verschärft. Im April vereinbarten Großbritannien und Frankreich eine erneuerte Zusammenarbeit gegen Schleuser im Ärmelkanal. London hatte Paris zuvor wiederholt vorgeworfen, nicht ausreichend gegen die Überfahrten vorzugehen. Tatsächlich fragen sich Beobachter, warum die französischen Behörden den Migranten offenbar dabei behilflich sind, die Fahrt über den Ärmelkanal anzutreten, anstatt sie am Ablegen zu hindern.
Allein am 29. Juli erreichten 752 Illegale Großbritannien über den Ärmelkanal, so viele wie an keinem anderen Tag dieses Jahres. (mü)
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