Wieder Unruhen in halb Europa: Vorspiel für Deutschland?
Paris/Barcelona/Tirana. Gewaltsame Unruhen und Großdemonstrationen haben sich auch am letzten Wochenende weiter ausgebreitet und mehrere europäische Länder erfaßt. Besonders schwere Vorfälle meldeten Spanien und Albanien. Auch in Italien und Frankreich kam es wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei.
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In Barcelona nahm die Polizei 128 Menschen fest, darunter 73 Minderjährige. Die Beteiligten beschädigten Straßenmobiliar, Fahrräder und Motorräder, plünderten Geschäfte und setzten Müllcontainer in Brand. 15 Polizisten wurden verletzt. Mehr als 220 Beamte waren im Einsatz. Polizeichefin Sílvia Catà sprach von „sinnloser Gewalt“ und einer „völlig unorganisierten“ Bewegung, deren Aufruf sich über Onlinedienste verbreitet habe. Kataloniens Regierungschef Salvador Illa stellte klar: „Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, Einschüchterungen und Sachbeschädigung hingegen nicht.“
In Albanien eskalierten Proteste gegen Mißstände im Hochschulwesen und die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama. In Tirana warfen Demonstranten Steine und Feuerwerkskörper auf Regierungsgebäude und Polizisten. Berichten zufolge wurden auch Molotowcocktails eingesetzt und das Umweltministerium in Brand gesetzt. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern, Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschossen. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Ein Fernsehteam des Senders Klan berichtete zudem von Angriffen auf seine Mitarbeiter.
In Italien gingen Tausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten, steigende Benzinpreise und die Aufrüstung auf die Straße. In Mailand blieb es zunächst weitgehend friedlich, ehe Sicherheitskräfte einen Demonstrationszug mit Schlagstöcken stoppten. In Bologna kamen Tränengas und Wasserwerfer zum Einsatz, in Turin drängte die Polizei Demonstranten mit Schilden zurück. Auch in Neapel und Florenz wurde demonstriert.
In Frankreich beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums erneut rund 410.000 Menschen an landesweiten Protesten, darunter allein 110.000 in Paris. Die Demonstrationen selbst verliefen laut Innenminister Nuñez diesmal weitgehend reibungslos. Am Rande kam es dennoch zu Ausschreitungen.
In Brüssel und Lüttich verliefen kleinere Kundgebungen ohne größere Zwischenfälle. Dennoch gab es in der belgischen Hauptstadt neun Festnahmen, unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung, Waffenbesitzes und Anstiftung zu Gewalt.
Beobachter sehen in den Unruhen inzwischen ein europaweit gut orchestriertes Geschehen, das auf eine zentrale Agenda schließen läßt. Mit besonderer Spannung wird dabei dem kommenden Wochenende in Deutschland entgegengesehen, wo es bisher noch ruhig ist. Aus Antifa- und Migranten-Kreisen wird aber zu gewalttätigen Protesten am Samstag in insgesamt 21 deutschen Städten aufgerufen; in einzelnen Chat-Gruppen wird gepostet, man müsse auch deutsche Städte in Schutt und Asche legen. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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