Kanzlerdämmerung: Stürzt Merz am Sonntag?
Berlin. Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird es jetzt eng. Die AfD erreicht bundesweit immer neue Rekord-Zustimmungswerte in den Umfragen, während sich die Union im freien Fall befindet und der SPD auf dem Weg nach unten folgt. Im jüngsten Wahltrend der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) vom 14. September 2026 kommt die AfD auf 30,0 Prozent. CDU und CSU erreichen 20,0 Prozent. Der Abstand beträgt damit stattliche zehn Prozent.
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Gleichzeitig verändert sich auch die Haltung zur sogenannten „Brandmauer“. Mittlerweile 51 Prozent sprechen sich inzwischen gegen einen grundsätzlichen Ausschluß der AfD von Koalitionen aus. Im August waren es noch 44 Prozent. Doch Kanzler Merz hält unbeirrbar daran fest.
Vieles hängt jetzt vom Ausgang der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntag ab. Verschiedenen Medienberichten zufolge plant der Kanzler, noch am Wahlabend das Parteipräsidium einzuberufen und eine parteiinterne „indirekte Vertrauensfrage“ stellen. Demnach soll die Unionsführung entscheiden, ob sie ihn trotz der katastrophalen Wahlergebnisse und Umfragewerte weiter in seinem Kurs unterstützt. Bei einer Ablösung müßte das Präsidium zugleich einen Nachfolger benennen.
Als mögliche Nachfolger werden unter anderem die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (NRW), Markus Söder (Bayern) und Boris Rhein (Hessen) gehandelt. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gilt als möglicher Kompromißkandidat.
Merz ist schon seit längerem angezählt. Aber jetzt geht es in die Zielgerade: sein Vertrauensvorschuß ist aufgebraucht, auch die große Personalrochade im Juli machte nichts besser. Konsequenzen sind überfällig. (rk)
Bildquelle: Wikimedia/Michael Lucan/CC BY-SA 3.0 de
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