Hilflose Supermacht: Washington droht mit Atomschlägen und wirtschaftlicher Strangulierung

Hilflose Supermacht: Washington droht mit Atomschlägen und wirtschaftlicher Strangulierung
Foto: Symbolbild

Washington. Angesichts der anhaltenden Erfolglosigkeit der US-Militäroperation gegen Iran versucht es Washington jetzt wieder mit nackter Einschüchterung – sogar vom Einsatz von Atomwaffen ist die Rede. Die frühere republikanische Kongreßabgeordnete Marjorie Taylor Greene beschuldigte Präsident Donald Trump und seine Regierung jüngst, in internen Strategierunden den Einsatz von Atomwaffen gegen Iran erörtert zu haben.

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Der Vorgang ist insofern brisant, als Greene jahrelang zu Trumps bekanntesten Unterstützerinnen zählte, sich später jedoch mit ihm überwarf und schließlich ihr Mandat im Kongreß für Georgia aufgab.

Am zweiten August-Sonntag schrieb sie auf X, die internen Überlegungen der Regierung seien weiter gegangen, als es die öffentliche Diskussion über den inzwischen seit sechs Monaten andauernden Krieg erkennen lasse. Trump und führende Regierungsvertreter hätten, so Greene, „in Strategiebesprechungen den Einsatz von Atomwaffen gegen Iran“ diskutiert. Sie stellte dies ausdrücklich als eigene Kenntnis und nicht als Spekulation dar: „Ja, Sie haben richtig gelesen. Es ist real. Ich spekuliere nicht, ich weiß es. Und es ist das reine Böse.“

Parallel dazu kündigte US-Finanzminister Scott Bessent eine neue wirtschaftliche Strangulierungskampagne gegen Iran an. Die „Operation Economic Outcast“ soll nach seinen Angaben Teherans Einnahmequellen treffen und zugleich Drittstaaten dazu bewegen, ihre Handels-, Energie- und Ölbeziehungen mit Iran zu beenden. Bessent sprach davon, „die Schlinge enger“ zu ziehen.

Trump habe bereits mit Staats- und Regierungschefs in verschiedenen Ländern über einen Abbruch der Beziehungen zu Teheran gesprochen. „Der Präsident telefoniert mit Staats- und Regierungschefs und fordert sie konkret auf, ihre Beziehungen zum Regime zu beenden. Wir sehen bereits erste Erfolge“, erklärte Bessent, ohne konkret zu werden. Länder mit fortdauernden Wirtschaftsbeziehungen zu Iran müßten damit rechnen, daß Washingtons Geduld begrenzt sei.

Zu den geplanten Maßnahmen gehört Bessent zufolge auch die Schließung von Niederlassungen der iranischen Bank Melli im Ausland. Die größte staatliche Geschäftsbank Irans soll damit vom internationalen Finanzsystem weiter abgeschnitten werden. Washington verfolgt einen „Null-Leckage-Ansatz“, der Iran nach Darstellung des Finanzministers „keinerlei Atemluft“ für einen wirtschaftlichen Wiederaufbau lassen soll.

„Iran steht nun vor einer klaren Entscheidung: entweder vollständige globale Isolation und eine Existenzwirtschaft oder der Weg zurück zur Normalität mit der Chance, sich wieder in die Weltwirtschaft zu integrieren“, sagte Bessent. Nach seiner Pressekonferenz kündigte er weitere Sanktionen an; noch in der laufenden Woche soll ein großes Finanzinstitut betroffen sein. Bereits zuvor hatte er die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ angekündigt und China zur Zusammenarbeit aufgefordert. Peking lehnt dies ab.

Auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reagierte gelassen und sprach von einem „Film“, „der immer wieder von vorn abgespielt wird“. „Wir kennen ihn inzwischen auswendig und wissen genau, wie wir darauf reagieren und damit umgehen müssen“, sagte er.

Tatsächlich wird Teheran bereits seit Jahrzehnten von den USA wirtschaftlich stranguliert, hat aber im Laufe der Zeit Wege und Kanäle gefunden, die schlimmsten Sanktionen zu umgehen, vor allem dank der Wirtschaftsbeziehungen zu China und Rußland. Auch China wird sich von Washington kaum vorschreiben lassen, mit wem es Handel zu treiben habe und mit wem nicht. Letztlich sind die amerikanischen Drohungen vor allem Ausdruck tiefster Ratlosigkeit, nachdem der Iran den amerikanischen Militärschlägen nun bereits ein volles halbes Jahr trotzt und den USA eine Reihe empfindlicher Verluste zugefügt hat. (mü)

Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei

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