Festnahme am Flughafen: Wegner- und Corona-Kritiker Paul Brandenburg in Haft

Festnahme am Flughafen: Wegner- und Corona-Kritiker Paul Brandenburg in Haft
Foto: Symbolbild

Berlin. Diesmal traf es den Arzt und Publizisten Paul Brandenburg, der bei der Einreise am Berliner Flughafen von der Bundespolizei festgenommen wurde. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte, daß gegen den 48jährigen wegen insgesamt sechs Äußerungsdelikten zu Lasten des Berliner Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) ermittelt wird. Zwei Fälle betreffen den Vorwurf der Verleumdung von Personen des politischen Lebens, vier weitere Beleidigung. Die Äußerungen sollen zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 2025 im Internet veröffentlicht worden sein.

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Brandenburg wird unter anderem vorgeworfen, Wegner als „Kinderficker-Fan“, „Pädophilie-Regenten“ und „Kinderporno-Fan“ bezeichnet zu haben. In einem YouTube-Video soll er den Politiker zudem als „Stück menschlichen Abschaum“ beschimpft und ihm unterstellt haben, wissentlich die Vergewaltigung von Kindern zu bewerben. Hintergrund der Äußerungen ist der Fall des als Dragqueen „Jurassica Parka“ bekannten Mario Olszinski. Er/sie hatte im Juli 2025 eine von der Berliner Polizei mitveranstaltete Benefizgala gegen „Haßkriminalität“ moderiert. Olszinski war bereits 2023 wegen der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte verurteilt worden; zum Zeitpunkt der Gala liefen erneut Ermittlungen gegen ihn. Brandenburg machte Wegner öffentlich für den Umgang mit dem Fall verantwortlich.

Brandenburgs Anwalt Markus Haintz, der sich ebenso wie sein Mandant während der Corona-Zeit einen Namen im Kampf gegen behördliche Maßnahmen gemacht hat, kritisiert die Untersuchungshaft nachdrücklich. Brandenburg sei am Flughafen gewesen, um sein zehnjähriges Kind nach Berlin zurückzubringen. „Aufgrund seines Kindes ist Paul mehrmals im Monat in Berlin“, erklärte Haintz. Die Festnahme und Untersuchungshaft seines Mandanten ist für ihn nicht nachvollziehbar.

Eine rechtskräftige Verurteilung liegt bislang nicht vor. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft laufen aber zudem Ermittlungen wegen einer „Vielzahl ähnlicher, gleichgelagerter Vorwürfe“. Haintz bemüht sich nach eigenen Angaben um die Freilassung seines Mandanten. Da es sich diesmal aber um einen besonders aktiven und lautstarken Verfechter dissidenter Meinungen handelt, ist kaum mit einer baldigen Freilassung aus der Haft zu rechnen. (rk)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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