Evolutionsbiologe Colin M. Wright stellt klar: Es gibt genau zwei Geschlechter
Berlin. Die Öffentlichkeit in den meisten westlichen Ländern hat sich längst daran gewöhnt, daß darüber diskutiert werden muß, wie viele Geschlechter es gibt. Dabei ist das Infragestellen der natürlichen Geschlechter-Zweiheit ein reines Ideologieprojekt. Aber selbst in Teilen der Wissenschaft wird die biologische Zweigeschlechtlichkeit inzwischen hinterfragt. Zur Begründung werden unter anderem Chromosomenvarianten, Unterschiede bei Hormonen, intergeschlechtliche Entwicklungen und anatomische Besonderheiten vorgeschoben. Daraus leiten Vertreter sogenannter Spektrumsmodelle die Auffassung ab, das biologische Geschlecht lasse sich nicht ausschließlich den Kategorien männlich und weiblich zuordnen, sondern manifestiere sich in einem breiten Spektrum abgestufter Ausprägungen (weshalb LGBT-Ideologen mitunter dreistellige [!] Zahlen angeben).
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Der Evolutionsbiologe Colin M. Wright widerspricht dieser Sichtweise in einem Fachkommentar unter dem Titel „Why There Are Exactly Two Sexes“ im Wissenschafts-Fachportal „Springer Nature“ – und argumentiert erfreulich schnörkellos. Nach seiner Auffassung beschreiben Chromosomen, Hormone oder Genitalien Merkmale der Geschlechtsentwicklung, definieren jedoch nicht das biologische Geschlecht. Maßgeblich sei allein die Fortpflanzungsfunktion. Bei Arten mit anisogamer Fortpflanzung existierten zwei Gametentypen: kleine Keimzellen, die Spermien, und große Keimzellen, die Eizellen. Daraus folgten exakt zwei biologische Fortpflanzungsklassen, männlich und weiblich.
Wright betont zugleich, daß diese Definition weder Unfruchtbarkeit noch Entwicklungsbesonderheiten ausschließe. Kinder, ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Fruchtbarkeit verlören dadurch aber ihre biologische Zuordnung nicht. Ebenso führten Varianten wie das Klinefelter- oder Turner-Syndrom sowie andere Unterschiede der Geschlechtsentwicklung nicht zu zusätzlichen biologischen Geschlechtern. Solche Besonderheiten beträfen die Entwicklung des Fortpflanzungssystems, nicht dessen grundsätzliche Einordnung.
Auch das häufig genannte Beispiel von Pilzen oder Schleimpilzen läßt Wright nicht gelten. Dort existierten vielfach zahlreiche Paarungstypen, jedoch keine Vielzahl biologischer Geschlechter. Paarungstypen regelten lediglich die genetische Kompatibilität. Sie entsprächen weder männlich noch weiblich.
In Österreich werden im Eltern-Kind-Paß neben „männlich“ und „weiblich“ auch die Einträge „inter“, „divers“, „offen“ sowie „kein Eintrag“ geführt. Grundlage dafür ist eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes aus dem Jahr 2018. Nach Angaben des Wiener Innenministeriums sind diese Eintragungen nicht frei wählbar, sondern setzen medizinische Feststellungen oder Fachgutachten voraus. Die frühere grüne Nationalratsabgeordnete Faika El-Nagashi erklärte dazu, die zusätzlichen Möglichkeiten vermittelten den Eindruck einer freien Wahl. Aber: „Wir können unser Geschlecht nicht ändern.“ (mü)
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