Es muß nicht immer „Starlink“ sein: Rußland baut eigenes „Rasswet“-Netz auf
Moskau. Im erdnahen Orbit tobt ein Rüstungswettlauf, der den meisten nicht bewußt ist: Rußland beschleunigt den Aufbau seines eigenen Satellitennetzes „Rasswet“. Das System soll eine russische Alternative zu Elon Musks „Starlink“-Satellitennetz bieten und schon bald für schnelle Datenübertragung, militärische Kommunikation sowie Drohnenoperationen genutzt werden. Kremlchef Putin erklärte mehrfach, „Rasswet“ könne mit „Starlink“ mithalten. „Das braucht eine gewisse Zeit, aber es ist geschaffen, es funktioniert“, sagte Putin Mitte Juni.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Das zuständige Entwicklungsunternehmen, das sich „Bureau 1440“ nennt, arbeitet seit rund fünf Jahren an „Rasswet“. Der Name verweist auf Sputnik 1, der 1957 insgesamt 1440 Erdumrundungen absolvierte. Das Unternehmen entstand 2020 aus einem Projekt des Mobilfunkkonzerns MegaFon und hieß zunächst „MegaFon 1440“. Drei Testsatelliten wurden im Juni 2023 gestartet, weitere drei folgten 2024 zur Erprobung der Laserkommunikation.
Im März 2026 wurden die ersten 16 operativen Satelliten ins All gebracht. Ende Juli meldete Bureau 1440 den Start einer zweiten Gruppe. Nach Abschluß der Tests sollen die Satelliten im Oktober oder November ihre endgültige Umlaufbahn in etwa 800 Kilometern Höhe erreichen. Nach Angaben des ukrainischen Beraters Serhij Beskrestnow, bekannt als „Flash“, befinden sich bereits bis zu 40 „Rasswet“-Satelliten im Orbit.
Etwa zwölf Satelliten der ersten Seriencharge haben die vorgesehene Bahn erreicht. Über der Ukraine ermöglichen sie bislang ein bis zwei Beobachtungsfenster täglich. Diese dauern je nach Situation zehn Minuten bis anderthalb Stunden. Die zweite Gruppe befindet sich noch auf dem Weg zur endgültigen Umlaufbahn.
Der weitere Ausbau soll rasch weitergehen. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes plant Moskau 292 Satelliten bis 2027. Bureau 1440 nennt rund 730 für 2030 und mehr als 900 für 2035. Experten halten 200 bis 250 Satelliten für eine kontinuierliche Abdeckung Rußlands und der Ukraine für erforderlich. Zugleich bestehen Zweifel, ob Rußland die gesamte geplante Flotte mit eigenen Trägerraketen starten kann.
Der ukrainische Militärgeheimdienst will eine Beschleunigung ausgemacht haben. Generalmajor Wadym Skibizki sagte: „Die Satelliten werden deutlich schneller gestartet, als es in den ursprünglichen Plänen vorgesehen war.“ Bei gleichbleibendem Tempo könnte „Rasswet“ nach Einschätzung von Experten bis Mitte 2027 eine durchgehende Überwachung der Ukraine ermöglichen.
Im Ukraine-Krieg spielt die Satellitenkommunikation eine wichtige Rolle. „Rasswet“ soll auch dann Verbindungen sichern, wenn terrestrische Netze ausfallen. Die Systeme können zudem Drohnenoperationen mit Live-Bildübertragung unterstützen.
Zum Vergleich: „Starlink“ hat bereits mehr als 10.800 Satelliten im All. SpaceX startet im Durchschnitt alle drei Tage eine Falcon-9-Rakete mit etwa zwei Dutzend weiteren Satelliten. Die EU nahm „Rasswet“ am 23. Juli in ihr 21. Sanktionspaket auf, das den militärisch-industriellen Bereich sowie Elektronik und Kommunikation betrifft. Daß dies die russische „Starlink“-Alternative nennenswert behindern wird, steht nicht zu erwarten. (mü)
Bild von Ondřej Šponiar auf Pixabay/Gemeinfrei
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin
Kommentare 0
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!