Die US-Armee übt: Wie viele Planierraupen braucht man für 10.000 Tote?

Die US-Armee übt: Wie viele Planierraupen braucht man für 10.000 Tote?
Foto: Symbolbild

Washington. Die US-Streitkräfte bereiten sich offenbar auf ein Kriegsszenario mit erheblichen eigenen Verlusten vor. Auf dem Militärstützpunkt Fort Bragg in North Carolina trainierten Pioniere im Oktober, wie sich innerhalb kürzester Zeit Massengräber für Tausende Soldaten anlegen lassen. Bei der Übung unter dem Decknamen „Operation Dragon Covenant“ wurde errechnet, daß acht Planierraupen und vier weitere schwere Maschinen binnen 24 Stunden Bestattungsplätze für bis zu 2400 Tote schaffen können. Für einen Graben mit zwanzig Leichen benötigten die Soldaten durchschnittlich 75 Minuten.

 Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen << 

Diese Größenordnungen sind kein bloßes Gedankenspiel. Eine bereits 2024 veröffentlichte Militärsimulation namens „Warfighter Exercise 23-4“ berechnete innerhalb von neun Kriegstagen 10.264 gefallene und 56.421 verwundete US-Soldaten. Auch das „Center for Army Lessons Learned“ hielt vergleichbare oder noch höhere Verluste in einem tatsächlichen Großkrieg für möglich. Selbst die Benachrichtigung der Angehörigen wäre bei solchen Zahlen kaum noch zu bewältigen.

Bei „Dragon Covenant“ wurde auch die spätere Identifizierung der Toten berücksichtigt. Künstliche Skelette und verschlossene Wasserbehälter dienten dazu, Bestattungsmethoden zu erproben, die eine Verrottung der sterblichen Überreste verhindern sollen. Rund 130 Militärgeistliche übten ebenfalls. Bei Tausenden Gefallenen wären persönliche Trauerzeremonien kaum möglich; deshalb wurden ganze Gräberfelder vorab gesegnet.

Die Vorbereitungen stehen offenbar im Zusammenhang mit möglichen Großkonflikten gegen militärisch ebenbürtige Gegner wie Rußland oder China. Anders als in Afghanistan oder im Irak könnten amerikanische Stützpunkte zerstört, Nachschubwege unterbrochen und ganze Verbände aufgerieben werden – einen Vorgeschmack darauf gab in den letzten Monaten bereits der Irankrieg, als durch iranische Gegenangriffe praktisch alle US-Stützpunkte in der Region beschädigt oder zerstört wurden. Hinzu käme das Risiko einer nuklearen Eskalation.

Die Army will die Erkenntnisse aus der Übung in ihre Vorschriften übernehmen. Für Frühjahr 2027 ist ein weiteres Training geplant, dann auch mit nächtlichen Bestattungen unter Einsatz von Nachtsichtgeräten. (mü)

Foto: israel palacio / Unsplash (Unsplash-Lizenz)

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben

Keine Anmeldung nötig. Ihr Kommentar wird nach Prüfung durch die Redaktion freigeschaltet. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Newsletter

Bleiben Sie ZUERST! informiert

Neue Ausgaben, Hintergründe und Angebote – direkt in Ihr Postfach. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.