Die Tat eines Antifa-Irren? Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg abgebrannt

Die Tat eines Antifa-Irren? Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg abgebrannt
Foto: Symbolbild

Berchtesgaden. Flammen erleuchteten in der Nacht zum Samstag den Himmel über Berchtesgaden: bei einem Brand ist das Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg  zum Großteil zerstört worden. Noch in der Brandnacht selbst wurde ein 33jähriger Deutscher aus Berlin festgenommen und nach einem Kurzgutachten in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gebracht. Inzwischen machen Berichte die Runde, wonach der Mann Kontakte zur Antifa-Szene hat; der dringende Verdacht liegt nahe, daß die Tat einen politischen Hintergrund hat.

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Als die um 21.15 Uhr alarmierten Feuerwehren den Berg hinauffuhren, waren die Flammen bereits weithin sichtbar. Um 21.52 Uhr trafen die ersten Rettungskräfte am Brandort ein. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus sechs Gemeinden, Polizei, Bayerischem Roten Kreuz und Bergwacht kämpften gegen das Feuer. Die schwierige Zufahrt über die steile Kehlsteinstraße, Regen und Schneefall sowie die Versorgung mit Löschwasser erschwerten den Einsatz erheblich. Die Löschfahrzeuge mußten im Pendelverkehr Wasser auf den Berg bringen; ein Löschhubschrauber konnte nicht eingesetzt werden. Das Gebäude selbst war nur mit schwerem Atemschutz zu betreten.

Die Flammen zerstörten große Teile des Hauses, Teile des Daches stürzten ein. Am Samstagvormittag waren die Löscharbeiten weitgehend abgeschlossen, doch in der Nacht zum Sonntag flammte das Feuer erneut auf. Ein Polizeibeamter berichtete, es habe „nochmal zimmerhoch gebrannt“. Die Feuerwehr rückte abermals aus. Ein Wiederaufflammen durch verbliebene Glutnester sei nicht ungewöhnlich.

Schon kurz nach dem Ausbruch des Brandes machte sich ein Motorradfahrer verdächtig, der den Einsatzkräften auf ihrem Weg nach oben entgegenkam. Er wurde unten am Berg von der Feuerwehr in Gewahrsam genommen. Nach Angaben von Staatsanwalt Rainer Vietze ergab ein psychiatrisches Kurzgutachten, daß der 33jährige psychisch krank sei. Die Staatsanwaltschaft beantragte seine Unterbringung in einer forensischen Einrichtung. Man müsse von zumindest verminderter Schuldfähigkeit ausgehen, teilte Vietze mit. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung fanden Ermittler bei einer Wohnungsdurchsuchung Antifa-Material.

Der Sachschaden am zerstörten Kehlsteinhaus geht in Millionenhöhe. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, das Haus solle wieder aufgebaut werden – aber nicht etwa wegen des Denkmalswerts, sondern weil die historische „Erinnerungsarbeit“ weitergehen müsse. In die Wiederaufbaupläne sollen auch Historiker einbezogen werden.

Das Kehlsteinhaus gehört(e) zu den wenigen am Obersalzberg noch verbliebenen Originalbauten, die noch vom Dritten Reich zeugen. Es wurde 1937/38 als Repräsentationsbau der NS-Führung errichtet und ist nicht mit dem sogenannten „Teehaus“ am Mooslahnerkopf zu verwechseln, das bereits 1951/52 von den Amerikanern zerstört wurde. Es liegt im abgeschirmten „Führersperrgebiet“ und diente unter anderem dem Empfang ausländischer Gäste. Seit 1952 wurde es als Berggaststätte genutzt; eine Ausstellung erinnerte an seine Geschichte. Weil das Kehlsteinhaus (in englischsprachigen Touristikführern als „Eagle´s Nest“ bezeichnet) das einzige noch direkt auf Adolf Hitler verweisende Gebäude ist, zieht der Obersalzberg jährlich Hunderttausende Besucher an (2024: 350.000). Die Einnahmen werden für gemeinnützige Zwecke in der Berchtesgadener Region verwendet.

Die diesjährige Saison sollte bis zum 8. November dauern. Nach dem Brand ist das Gelände weiträumig abgesperrt, die Gaststätte bleibt bis auf weiteres geschlossen. Das nahegelegene NS-Dokumentationszentrum, das mit zahlreichen sehenswerten Bilddokumenten aufwartet, ist nicht betroffen, ebenso der 120 Meter tief im Berg nach oben führende historische Aufzug. (rk)

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