Deutschlands Stromversorgung: Schlechter als Irak und Kirgisistan

Deutschlands Stromversorgung: Schlechter als Irak und Kirgisistan
Foto: Symbolbild

London. Von der Industrie-Lokomotive zum Entwicklungsland: in Sachen Energiesicherheit belegt Deutschland in einer internationalen Rangliste des Londoner Adam Smith Institute nur noch Platz 69. Damit liegt die größte Volkswirtschaft Europas hinter Bosnien und Herzegowina, dem Irak und Kirgisistan. Die Bewertung des Instituts lautet: „Borderline“, also grenzwertig. Als wesentliche Ursache für den Absturz gilt die starke Ausrichtung auf erneuerbare Energien.

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Das Institut untersucht die Versorgungssicherheit anhand von vier Kriterien: Verfügbarkeit zu jeder Tages- und Jahreszeit, Vielfalt der Energiequellen, Sicherheit der Importe und Bezahlbarkeit. Bei der Vielfalt der Stromerzeugung und der Zahlungsfähigkeit liegt Deutschland über dem Durchschnitt, schrammt aber bei der Verfügbarkeit hart am Schlußlicht vorbei: Platz 180 von 187.

Die Bewertungsmethode der Denkfabrik ist stichhaltig: Wasserkraft, Kernenergie, Kohle, Gas und Öl erhalten wegen ihrer jederzeitigen Verfügbarkeit volle Punkte. Windkraft und Photovoltaik dagegen nicht, da ihre Stromerzeugung wetter- und tageszeitabhängig ist. Für Deutschland hat das erhebliche Folgen: im ersten Halbjahr 2026 stammten 59,1 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, und die letzten deutschen Kernkraftwerke wurden 2023 abgeschaltet – das gibt Punktabzug.

Tatsächlich nehmen die Probleme durch kurzfristige Stromausfälle rasant zu. Mehr als 48 Prozent der von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) befragten Mitgliedsunternehmen meldeten jüngst Unterbrechungen von weniger als drei Minuten, die statistisch nicht erfaßt werden. Das seien „über acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr“, warnt vbw-Geschäftsführer Bertram Brossardt. Besonders bedenklich sei, daß gut 60 Prozent der betroffenen Unternehmen dadurch wirtschaftliche Schäden erlitten hätten. (se)

Bildquelle: PIRO4D/Pixabay

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