Das Publikum will keine schwarze Helena: Filmverleih zensiert Kommentarfunktion
Universal City/Kalifornien. Nicht nur Uwe Bolls Action-Streifen „Citizen Vigilante“ erhitzt in diesen Wochen die Gemüter. Auch die Neuverfilmung von Homers „Odyssee“ durch US-Regisseur Christopher Nolan sorgt für heftige Diskussionen – und das, obwohl das aufwendige Opus noch gar nicht in den Kinos ist.
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Die Geister scheiden sich vor allem an der Besetzung mehrerer Rollen. Der Unmut des Kinopublikums ist offenbar so groß, daß Universal Pictures die Notbremse zog: auf dem offiziellen X-Kanal des Films wurde die Kommentarfunktion drastisch eingeschränkt – angeblich wegen zahlreicher „rassistischer“ und „transfeindlicher“ Kommentare. Viele Nutzer werden dort inzwischen mit dem Hinweis konfrontiert: „Nur einige Konten können antworten.“
Der Film hatte bereits im Vorfeld große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil Nolan das gesamte Werk mit eigens für die Produktion entwickelten IMAX-Kameras drehen ließ. In den sozialen Medien war jedoch die Debatte über das Ensemble das beherrschende Thema. Besonders das Engagement der schwarzen Schauspieler Lupita Nyong'o, Zendaya und Travis Scott stieß vielen Nutzern sauer auf. Tatsächlich können Kritiker mit guten Gründen argumentieren, Schwarze hätten in Homers Erzählung aus dem antiken Griechenland nichts zu suchen. Auch die Besetzung des Trans-Schauspielers Elliot Page als Elpenor löste erhebliche Verstimmung aus.
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Nicht nur anonyme Nutzer äußerten Kritik. Auch X-Eigentümer Elon Musk und der konservative Autor Matt Walsh griffen die Rollenbesetzung öffentlich an. Walsh erklärte auf X, „niemand auf diesem Planeten“ würde Lupita Nyong'o als „schönste Frau der Welt“ bezeichnen. Zudem behauptete er, Nolan habe gewußt, „daß er als Rassist bezeichnet werden würde, wenn er die Rolle der 'schönsten Frau der Welt' an eine weiße Frau gegeben hätte“.
Wie sich die Zeiten ändern: die letzte Verfilmung des Homerischen Stoffes liegt 22 Jahre zurück. In „Troja“ aus dem Jahr 2004 führte Blockbuster-Regisseur Wolfgang Petersen Regie. Er hatte damals keine Bedenken, seine Rollen mit authentischen Schönheiten und Helden zu besetzen – die entführte Helena wurde damals zum Beispiel von der blonden, deutschstämmigen Diane Krüger verkörpert, Achilles durchaus stilecht von Brad Pitt. Niemand beschwerte sich über „Rassismus“. (mü)
Foto: Bild von Anne Austin auf Pixabay/Gemeinfrei
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