Big Brother Microsoft: Windows soll die Umgebung überwachen
Redmond/Washington. Der Datenkrake Microsoft will seine Nutzer und Kunden künftig noch aggressiver bespitzeln: ein kürzlich veröffentlichtes Patent für das Betriebssystem Windows beschreibt ein System, das nicht nur den Nutzer eines Rechners, sondern auch Personen in unmittelbarer Nähe des Bildschirms erkennen und deren Berechtigungen prüfen soll.
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Für die Identifizierung sieht das Patent verschiedene biometrische Verfahren vor. Kameras könnten Gesichter erfassen, Mikrofone Stimmen und weitere Audiodaten auswerten. Auch Fingerabdrücke oder andere biometrische Merkmale kommen in Betracht. Die gewonnenen Daten sollen gespeichert, mit späteren Aufnahmen abgeglichen und verschlüsselt innerhalb einer „geschützten Umgebung“ verarbeitet werden.
Das Verfahren baut auf Funktionen auf, die bei entsprechender Hardware bereits in Windows 11 die Anwesenheit oder Abwesenheit des Nutzers erkennen können. Hinzukommen soll nun die Prüfung möglicher Beobachter: das System würde künftig feststellen, wer sich gerade vor dem Bildschirm befindet, und dessen Identität mit den für den konkreten Inhalt geltenden Zugriffsrechten abgleichen.
Die von Windows vorgeschobene Nutzer-Authentifizierung wird damit letztlich zur Farce, weil es nicht etwa um Authentifizierung, sondern um die Überwachung der gesamten Rechner-Umgebung geht. Das Patent beschreibt dafür eine Technologie, die Kameras, Mikrofone und biometrische Erkennung miteinander verbindet, um festzustellen, wer einen Bildschirm möglicherweise (!) einsehen kann. Daraus kann leicht eine Rundum-Überwachung der gesamten Umgebung einschließlich benachbarter Räume werden, denn die Audio-Überwachung macht zum Beispiel nicht an der Zimmertür halt. Man kann sich unschwer vorstellen, wie durch die überlappenden Kontrollbereiche mehrerer Rechner auf diese Weise eine Komplettüberwachung ganzer Zonen wird. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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