Auswandererin Anna Heiser erschüttert über Deutschland: „Alles so schmutzig hier“
Danzig/Dortmund. Wie sich Deutschland in den letzten Jahren verändert hat, bekommt man im Land selbst meist kaum mit. Die Entwicklung verläuft schleichend und kaum merklich. Anders verhält es sich, wenn man nicht ständig in Deutschland lebt. Dann können einen die Veränderungen schon böse überraschen.
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So ist es jetzt der Influencerin Anna Heiser ergangen. Die frühere „Bauer sucht Frau“-Kandidatin hat sich dieser Tage nach einem Kurzaufenthalt in Deutschland mit kritischen Worten über den Zustand des öffentlichen Raumes in der Bundesrepublik zu Wort gemeldet. In zwei aufeinanderfolgenden Instagram-Beiträgen beklagte die 36jährige vor allem mangelnde Sauberkeit und verwies auf Eindrücke aus Nordrhein-Westfalen.
Nach ihrer Rückkehr ins heutige Polen erklärte Heiser, sie vermisse „die sauberen Straßen, gepflegten Fassaden und öffentliche Orte, auf die man stolz sein konnte“. Stattdessen falle ihr heute „immer häufiger auf, wie viel Müll herumliegt“. Als Beispiel zeigte sie eine Aufnahme vom Dortmunder Flughafen, dessen Bodenbereich sichtbar verschmutzt war. Zugleich fragt sie: „Liegt es an den fehlenden Arbeitskräften?“
Heisers Aussagen lösten zahlreiche Reaktionen aus. Viele Nutzer empfanden die Kritik als zu politisch. Einen Tag später griff die Influencerin das Thema aber erneut auf und verteidigte ihre Position. Sie finde es „einfach schade zu sehen, daß viele öffentliche Orte aus meiner Sicht nicht mehr so sauber sind, wie ich sie früher in Erinnerung habe. Woran das liegt, weiß ich nicht.“
Im übrigen, fügte sie hinzu, finde sie „es nicht in Ordnung, daß man sofort abgestempelt wird, nur weil einem das Stadtbild nicht egal ist. Es sollte doch möglich sein, über einen konkreten Mißstand zu sprechen, ohne daß einem automatisch eine politische Haltung unterstellt wird“, bemerkt die Influencerin mit Blick auf die polarisierte öffentliche Stimmung im Land.
Nach eigenen Angaben war die gebürtige Polin 2010 zum Studium nach Deutschland gezogen. Damals habe sie sich in die „Vorgärten und die schönen Fassaden“ verliebt. Polen sei ihr seinerzeit „einfach nur grau“ erschienen, Deutschland dagegen „die Definition von einem superentwickelten Land“ gewesen. Doch das war einmal – eine Feststellung, die zumindest insgeheim wohl auch der größte Teil der Dauer-Deutschen betätigen wird.
Bekannt wurde Heiser 2017 durch die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“. Dort lernte sie den aus dem früheren deutschen Schutzgebiet "Deutsch-Südwestafrika" stammenden Landwirt Gerald Heiser kennen, den sie ein Jahr später heiratete. Das Paar hat zwei Kinder und lebt heute in Polen, um näher bei der Familie zu sein. Auf Instagram folgen der TV-Bekanntheit mehr als 275.000 Fans. Trotz zahlreicher kritischer Kommentare erhielt sie für ihre Aussagen auch breite Zustimmung von einem großen Teil ihrer Anhängerschaft. (rk)
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