Auf Augenhöhe mit Uncle Sam: Iraner entführen erneut US-Drohne
Washington/Teheran. Im Schlagabtausch mit den USA hat Iran die Weltöffentlichkeit wieder einmal überrascht: die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben am 8. September 2026 nach eigenen Angaben eine hypermoderne US-Unterwasserdrohne gekapert. Teheran stellt das rund 5,8 Meter lange und knapp drei Tonnen schwere Vehikel als „Kriegstrophäe“ einer Geheimdienst- und Militäroperation dar.
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Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens handelt es sich um eine autonome Unterwasser-Aufklärungsdrohne, die erst 2025 an die US-Streitkräfte ausgeliefert wurde. Iranische Medien und die Nachrichtenagentur IRNA bezeichneten sie als Dive-LD des US-Rüstungskonzerns Anduril Industries. Washington erklärt hingegen, es handle sich um eine veraltete Version.
Das System ist für längere Einsätze in tiefen Gewässern ausgelegt. Zu seinen Aufgaben gehören militärische Aufklärung, die Kartierung des Meeresbodens, die Suche nach Seeminen sowie die Kontrolle von Unterseekabeln und Pipelines. Die nun von Iran erbeutete Technologie dürfte damit für eine eingehende Untersuchung durch die Revolutionsgarden – und einen eigenen Nachbau interessant sein. Das ist den Iranern bekanntlich schon einmal gelungen. 2011 kaperten sie die damals hochgeheime US-Drohne RQ-170 „Sentinel“ und stellten wenige Jahre später einen eigenen Nachbau vor. Die Fachwelt hielt das damals nicht für möglich.
Sie irrte sich. Inzwischen zählt Iran zu den Drohnen-Großmächten der Welt. Nicht nur Rußland baute im Ukrainekrieg die iranische „Shahed“-Drohne nach und rüstete die eigene, praktisch nicht vorhandene Drohnentruppe damit aus. Neuerdings sind sich selbst die USA nicht mehr zu schade, iranische Drohnen zu kopieren. Erst vor kurzem stellten sie ebenfalls eine Kopie der „Shahed“-136 in Dienst. Sie ist billiger als die sündhaft teuren eigenen Raketen der US Army. (mü)
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