Alice Weidel in Wien: Von der FPÖ lernen heißt Siegen lernen
Wien. AfD-Bundessprecherin Alice Weidel reiste dieser Tage nicht nur für das ZDF-„Sommerinterview“ nach Wien. Sie nutzte den Aufenthalt auch für Gespräche mit führenden Vertretern der FPÖ. Ihr Interesse galt vor allem deren Erfahrungen mit der Regierungsverantwortung. Nach Darstellung des österreichischen „Standard“ suchte sie nach „Rezepten fürs Regieren“. Weidel selbst erklärte, die AfD könne „sehr viel von der FPÖ lernen“.
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In Wien traf sie unter anderem die stellvertretende FPÖ-Fraktionschefin Susanne Fürst und Generalsekretär Christian Hafenecker. Besprochen wurden Erfahrungen aus Regierungsbeteiligungen auf Landesebene, Koalitionsverhandlungen und die praktische Vorbereitung politischer Vorhaben. Für die AfD ist dieser Erfahrungsaustausch besonders wichtig, da sie in Deutschland bislang ausschließlich in der Opposition ist.
Die Kontakte zwischenden beiden Parteien sind im Laufe der Jahre gereift. Bereits 2017 besuchten Weidel und Alexander Gauland den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Wien. Unter Straches Nachfolger Herbert Kickl wurde die Zusammenarbeit weiter ausgebaut. 2023 traten Kickl und Weidel gemeinsam in Wien auf. Auch beim 70. Geburtstag der FPÖ in der Wiener Hofburg gehörten Weidel und Tino Chrupalla zu den Gästen.
Inhaltlich gibt es zwischen AfD und FPÖ zahlreiche Überschneidungen. Beide Parteien vertreten eine restriktivere Migrationspolitik, fordern einen stärkeren Grenzschutz und stehen einer weiteren europäischen Integration sowie der Klima-Ideologie kritisch gegenüber.
Im ZDF-Interview bekräftigte Weidel diesen Kurs. Sie verlangte eine schärfere Begrenzung der Migration, die konsequente Rückführung von Menschen ohne Bleibeperspektive und stellte einen deutschen Austritt aus dem Schengen-Raum in Aussicht. Auch ihre Kritik am Euro bekräftigte sie.
Besonders positiv äußerte sich Weidel über die FPÖ und die von ihr mitgetragene Landespolitik in der Steiermark. Landeshauptmann Mario Kunasek mache einen „unglaublich guten Job“, sagte die AfD-Chefin.
Für die AfD geht es bei alledem um die Vorbereitung auf eine mögliche eigene Regierungsübernahme. Die Partei baut Personal und organisatorische Strukturen auf und will sich dabei die Erfahrungen der FPÖ zunutze machen. Weidels Besuch in Wien diente damit nicht nur der politischen Vernetzung, sondern auch der Vorbereitung der nächsten Schritte an die Macht. Das kann sehr schnell gehen. (rk)
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