124 in sechs Monaten: Abschiebungen im Schneckentempo

124 in sechs Monaten: Abschiebungen im Schneckentempo
Foto: Symbolbild

Berlin. 121 Afghanen und drei Syrer: das ist die mehr als dürftige Zahl ausreisepflichtiger Illegaler, die in den sechs Monaten zwischen Januar und Juli 2026 aus Deutschland in ihre Herkunftsländer abgeschoben wurden. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage des AfD-Abgeordneten Sebastian Münzenmaier hervor.

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Bei den Abschiebungen nach Afghanistan schwankten die Monatszahlen erheblich: zwei im Januar, 20 im Februar, fünf im März, 28 im April, keine im Mai, 32 im Juni und 34 im Juli. Im Schnitt waren es rund 17 Personen monatlich – was angesichts der Gesamtzahl Ausreisepflichtiger geradezu kümmerlich ist: 15.300 ausreisepflichtige Afghanen halten sich derzeit in Deutschland auf. Rund 11.400 verfügen über eine Duldung, knapp 4.000 nicht. Auch eine Duldung setzt die Abschiebung lediglich vorübergehend aus.

Gingen die Abschiebungen im Tempo wie derzeit weiter, würde die Rückführung aller ausreisepflichtigen Afghanen rein rechnerisch 900 Monate beziehungsweise 75 Jahre dauern. Vor allem aber: gleichzeitig gingen im ersten Halbjahr 2026 beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bereits wieder 20.456 neue Asylanträge afghanischer Staatsangehöriger ein. 10.458 davon waren Erstanträge, 9.998 Folgeanträge. Mit durchschnittlich 1.743 Erstanträgen pro Monat stellten Afghanen die größte Gruppe.

Bei Syrern wurden 5.387 Asylanträge registriert, darunter 4.997 Erstanträge und 390 Folgeanträge. Im Januar wurden drei Syrer abgeschoben, von Februar bis Juli keiner. Nach Angaben des Mediendienstes Integration sind rund 10.718 Syrer ausreisepflichtig, davon 9.787 mit Duldung.

Der AfD-Abgeordnete Münzenmaier hält die Situation für völlig inakzeptabel: „Und während man mittlerweile von Deutschland aus wieder per Direktflug Urlaub in Syrien machen kann, hat die Bundesregierung im vergangenen halben Jahr nicht einen einzigen der rund 11.000 ausreisepflichtigen Syrer abgeschoben.“ Münzenmaier fordert eine „echte Abschiebeoffensive“ und spricht der Bundesregierung den politischen Willen dazu ab. (rk)

Bildquelle: podcast.jungeuropa.de

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