Weiter Unruhe auf Ceuta: „Invasoren – geht nach Hause!“
Ceuta. Die spanische Exklave Ceuta in Marokko könnte zum Offenbarungseid der spanischen Politik werden. Fünf Wochen nach dem massenhaften Grenzübertritt Illegaler demonstrierten am Mittwoch Zehntausende in der spanischen Exklave sowie in Madrid und mehr als 200 weiteren Städten gegen die liberale Migrationspolitik der Linksregierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez.
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Am 30. und 31. Juli waren bis zu 80.000 Migranten schwimmend oder zu Fuß aus Marokko nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten zurück oder wurden zurückgebracht. Aber mindestens 5.000 Illegale halten sich nach wie vor in Ceuta auf, lagern auf Stränden und im Freien und sorgen für anhaltende Unruhe unter der Bevölkerung.
Zum jährlichen Feiertag am 2. September forderten Bewohner die Rückkehr zur Normalität. Demonstranten trugen spanische Flaggen und Transparente mit der Aufschrift „Invasoren – geht nach Hause!“. Der konservative Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida erklärte: „Ceuta ist spanisch und wird nicht allein gelassen“. Auch die oppositionelle PP und die rechte Vox-Partei unterstützten die Kundgebungen.
PP-Chef Alberto Núñez Feijóo macht Marokko für die „Invasion“ mitverantwortlich und wirft Sánchez vor, dies zu verschweigen. Tatsächlich beschreibt ein Polizeibericht des Nationalen Zentrums für Einwanderung und Grenzen (Cenif), der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, den Einsatz marokkanischer Sicherheitskräfte beim Ansturm Ende Juli als „von völliger Nachsicht geprägt“. Es habe keinen ernsthaften Versuch gegeben, „die Menschenmenge im Grenzbereich zu verringern, aufzulösen oder wegzuschicken“. Auch befragte Migranten berichteten von einer deutlich geringeren Polizeipräsenz und davon, daß Beamte ihnen einen bestimmten Übergang empfohlen hätten. Ermittler sehen Hinweise auf eine „Begünstigung irregulärer Einwanderung“.
Ceutas Verwaltungschef Juan Jesús Vivas sagte: „Was uns passiert ist, war keine Migrationskrise“. Auch er bezeichnete die Ereignisse als „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“. (mü)
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