Trump droht Iranern wieder: „Wir sprengen sie in die Luft“
Washington/Teheran. Die Lage am Persischen Golf droht erneut zu eskalieren. Am Mittwoch kündigte US-Präsident Donald Trump im Oval Office einmal mehr eine militärische Entscheidung an und wurde dabei drastisch: „Wir müssen diese Entscheidung treffen: wir sprengen sie [die Iraner] in die Luft, oder wir machen einen Deal.“ Der Konflikt werde „sehr bald“ enden – auf die eine oder andere Weise. Auf die Frage, wie er mit den von ihm zuvor als „verrückt“ bezeichneten Verantwortlichen in Teheran verhandeln wolle, wiederholte Trump: „Vielleicht sprengt man sie in die Luft.“
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Am selben Tag wurde bekannt, daß US-Außenminister Marco Rubio die iranische UN-Delegation bereits Anfang der Woche zum Verlassen der Vereinigten Staaten aufgefordert hatte. Außenminister Abbas Araghchi und seine Begleiter flogen daraufhin noch in der Nacht zum Dienstag aus New York ab. Araghchi war nach seiner Rede vor der UN-Generalversammlung am 25. September in New York geblieben, um Gespräche über die Öffnung der Straße von Hormus, ein Ende der Kämpfe und eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm zu führen.
Nach Angaben eines US-Beamten gegenüber AP hatten die Gespräche am Wochenende kaum Fortschritte gebracht. Rubio habe deshalb die Geduld verloren. Die Iraner hätten „ihre Willkommenszeit überzogen“. Teheran widerspricht dieser Darstellung. Die iranische UN-Delegation erklärte auf X, Araghchi und sein Team seien „am Montagabend abgereist, in Übereinstimmung mit dem Zeitplan, der dem US-Außenministerium bereits am 17. September mitgeteilt worden war“. Das US-Außenministerium habe „nichts erreicht“ und verbreite deshalb „haltlose und wertlose Falschmeldungen“.
Es ist nicht die erste Vernichtungsdrohung des US-Präsidenten an die Adresse Teherans. Anfang April hatte Trump Teheran schon einmal mit der Auslöschung gedroht. „Eine ganze Zivilisation wird heute sterben und nie mehr zurückkehren“, schrieb er damals auf seiner Plattform Truth Social. Er wolle zwar nicht, daß das passiere, „aber wahrscheinlich wird es das“. Politiker der Demokraten hatten ihn daraufhin als „Wahnsinnigen“ bezeichnet und forderten seine Absetzung.
„Der Präsident hat den Verstand verloren“, schrieb der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz. „Trump hat gerade gedroht, 100 Millionen Menschen abzuschlachten“, empörte sich der Abgeordnete Shri Thanedar aus Michigan, der aus Indien stammt. Und die Parlamentarierin Diana DeGette aus Colorado schrieb, Trump drohe „offen mit Kriegsverbrechen gegen die gesamte iranische Zivilisation“. Sie rief den Kongreß auf, ein Verfahren nach dem 25. Zusatzartikel der US-Verfassung einzuleiten. Nach dem Artikel von 1967 kann der Kongreß den Präsidenten mit Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern für amtsunfähig erklären. Bislang ist es dazu nicht gekommen – obwohl Trump immer wieder neue Anlässe liefert. (mü)
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