Peinliche Pannen-Hubschrauber der Bundeswehr: Fliegen ja, schießen nein

Peinliche Pannen-Hubschrauber der Bundeswehr: Fliegen ja, schießen nein
Foto: Symbolbild

Berlin. Im Bundesverteidigungsministerium kündigt sich die nächste Pleite an: nachdem Hausherr Boris Pistorius erst vor wenigen Monaten das Fegattenprojekt F-126 auf Eis gelegt hat, ist das nächste Sorgenkind nun das Kampfhubschrauberprojekt H145M.

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Das ursprünglich als überschaubares Modernisierungsvorhaben angelegte Beschaffungsprogramm im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro entwickelt sich zu einem kostspieligen Beispiel für die Unwägbarkeiten der deutschen Rüstungsplanung. Denn: die Maschinen sollen zwar in einem überschaubaren Zeitrahmen fliegen können – aber nicht schießen. Für einen Kampfhubschrauber ist das keine gute Option.

Der Bundesrechnungshof hat die Verzögerungen und technischen Mängel in einem Bericht an den Bundestag zusammengefaßt. Demnach hinkt das Projekt nicht nur dem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Besonders die Integration und Zulassung der Bewaffnung ist unzureichend vorbereitet. Bis heute fehlen Erprobungen der vorgesehenen Munition, obwohl entsprechende Tests bereits 2020 (!) eingeplant waren.

Aber auch bei den Waffensystemen selbst gibt es Schwierigkeiten. Die für den Einsatz gegen gepanzerte Ziele vorgesehenen israelischen Raketen werden frühestens Ende 2027 geliefert. Anschließend müßte die Bundeswehr sie noch umfangreich prüfen und für den Einsatz freigeben. Daß dies bis 2029 gelingt, hält selbst das Verteidigungsministerium für „sehr ambitioniert“. Noch drängender ist ein anderes Problem: die vorhandene 20-Millimeter-Munition darf nach Einschätzung des Rechnungshofs wegen einer „elektrostatischen Empfindlichkeit des Anzündhütchens“ nicht mehr als sicher eingestuft werden. Eine technische Lösung für dieses Problem ist nicht absehbar.

Damit stehen auch deutsche Zusagen an die NATO auf der Kippe. Berlin hatte versprochen, bis 2029 zwölf und bis 2032 insgesamt 72 einsatzbereite Kampfhubschrauber bereitzustellen. Der Rechnungshof sieht das Vorhaben inzwischen „auf einem kritischen Pfad“. Die Ursachen liegen nach seiner Einschätzung auch in erheblichen Planungsmängeln; die vollständige Einsatzfähigkeit dürfte sich um mehrere Jahre verschieben.

Das ist umso ärgerlicher, als der Hubschrauber H145 eigentlich einen hervorragenden Ruf hat. Er ist kompakt, beweglich und wird unter anderem von Rettungsdiensten sowie vom Kommando Spezialkräfte genutzt.

Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte Ende Oktober das Airbus-Werk in Manching. Doch die Probleme wurden dort offenbar nicht thematisiert. Bei der Bundeswehr heißt es nun weiterhin: Pleiten, Pech und Pannen. (he)

Foto: Lutz Blohm from Schifferstadt, Germany / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

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