Nachwuchsprobleme bei der Polizei: Jeder Fünfte bricht Ausbildung ab
Berlin. Keine guten Aussichten für die Sicherheit in Deutschland: bei der Polizei machen sich Personalmangel und wachsende Unzufriedenheit beim Nachwuchs breit. Bis zu 20 Prozent der Polizeianwärter brechen ihre Ausbildung ab. Noch größer ist die Bereitschaft zum Wechsel: 55 Prozent der jungen Beamten haben bereits über einen Berufswechsel nachgedacht, bei der Bundespolizei sind es sogar 65 Prozent. Eine von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei der TU Chemnitz in Auftrag gegebene Studie untersuchte die Ursachen. Zwischen Juni und Juli beteiligten sich 8.219 Mitglieder unter 30 Jahren daran.
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Als Belastungen nannten die Befragten vor allem die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, schlechte Bezahlung, mangelnde Anerkennung und psychische Beanspruchung. Bereits 40 Prozent der Polizeischüler und Studenten haben einen Abbruch erwogen. Bei der Bundespolizei ist die Unzufriedenheit besonders ausgeprägt: sie wird vor allem an Grenzen, Bahnhöfen und Flughäfen mit den Folgen der Migration konfrontiert.
Auch die Rahmenbedingungen des Polizeidienstes erhalten schlechte Noten. Auf einer Skala bis sieben bewerteten die jungen Polizisten die Anerkennung ihrer Arbeit mit lediglich 3,34 Punkten, Beförderungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten mit 3,38. Besonders schlecht schnitt die Anerkennung durch die Politik ab: 2,37 Punkte. Die Zusammenarbeit mit Kollegen erreichte dagegen 5,3 Punkte und ist offenbar ein wesentlicher Grund, dem Beruf dennoch treu zu bleiben.
Ein Viertel der Befragten verlangt ein effizienteres Strafverfolgungssystem, jeweils 16 Prozent weniger Arbeitsbelastung und eine bessere Ausstattung. (rk)
Foto: (Augustin-Foto) Jonas Augustin / Unsplash (Unsplash-Lizenz)
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