Ein Präsident der Tat: Bukele droht Haitis Gangstern mit Krieg
San Salvador. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, hat erst dieser Tage wieder für Geprächsstoff gesorgt. Mit Blick auf die jüngsten Unruhen in Frankreich ließ er verlauten, das Land könne seine Probleme binnen einer Woche lösen. Er habe mit dem erfolgreichen Kampf gegen die ausufernde Kriminalität in seinem eigenen Land innerhalb eines Jahres ein „hundertmal schwerwiegenderes“ Problem gelöst.
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Jetzt wird Bukeles Tatkraft erneut auf die Probe gestellt – und er kneift nicht. Vier salvadorianische Luftfahrttechniker sind in Haiti in die Gewalt bewaffneter Banden geraten. Bukele reagierte darauf mit einer unmißverständlichen Ansage – er droht den Entführern mit einer Großoffensive.
Am 18. Oktober gerieten die vier Männer nahe Port-au-Prince in einen Hinterhalt. Kugeln und Sprengsätze trafen ihr Fahrzeug, das in Flammen aufging. Die Techniker konnten sich retten, wurden jedoch verschleppt. Militärhubschrauber, die nach ihnen suchten, wurden ebenfalls beschossen. Bislang (Stand: Sonntagabend) fehlt von den Geiseln jede Spur.
Bukele schickte eine deutliche Warnung. „Der heutige Angriff ist nichts im Vergleich zu dem, was kommen wird, wenn wir nicht alle vier Geiseln lebend zurückbekommen“, erklärte er. Und weiter: „Wir haben die Banden in El Salvador bereits erledigt, und wir können auch euch erledigen.“ Die Entführer könnten eine Eskalation verhindern, indem sie die Männer lebend und unverletzt freiließen. Seine Botschaft veröffentlichte Bukele sogar auf Haitianisch-Kreolisch.
Die Techniker gehören zum salvadorianischen Kontingent einer internationalen Mission in Haiti. Ihr Auftrag besteht darin, medizinische Evakuierungen zu unterstützen. Nach Angaben Bukeles waren sie gerade vom Lebensmitteleinkauf zu ihrer Basis zurückgekehrt, als die Gangster zuschlugen.
Der Präsident kann mit Recht auf Erfolge im eigenen Land verweisen. Seit 2022 wurden in El Salvador mehr als 90.000 Menschen im Rahmen seiner Offensive gegen die Bandenkriminalität festgenommen. Die berüchtigten Organisationen MS-13 und Barrio 18 verloren einen Großteil ihrer Macht. Nach offiziellen Angaben sank die Zahl der Morde 2025 gegenüber 2019 um rund 97 Prozent. Menschenrechtsorganisationen kritisieren freilich Massenverhaftungen und Mißhandlungen.
Haiti befindet sich dagegen weiterhin im Würgegriff bewaffneter Banden. Nach UN-Angaben kontrollieren sie große Teile des Großraums Port-au-Prince, erpressen Einwohner und verschleppen Menschen. Rund 1,5 Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflohen. Auch internationale Sicherheitskräfte konnten die Lage bislang nicht stabilisieren.
Was die Verschleppten aus El Salvador angeht, liegt der Ball jetzt in der Hälfte der Haitianer. Bukele ist nicht gewillt, sich von Gangstern einschüchtern zu lassen – weder im Inland noch im Ausland. (mü)
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