Ausschreitungen in Frankreich: Springt der Funke auf Italien über?

Ausschreitungen in Frankreich: Springt der Funke auf Italien über?
Foto: Symbolbild

Rom. Die Unruhen in Frankreich haben das Potential zu einem europäischen Flächenbrand. Jetzt scheint der Funke auf Italien übergesprungen zu sein. Am Wochenende ist das Land von gewaltsamen Zusammenstößen am Rande von Demonstrationen erfaßt worden, die sich offiziell gegen die hohen Lebenshaltungskosten richten.

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Besonders heftig eskalierte die Lage in Mailand, wo vermummte Jugendliche auf der zentralen Piazza Duomo Feuerwerkskörper, Flaschen und andere Gegenstände auf Polizisten schleuderten. Barrikaden wurden errichtet, Müllcontainer und Absperrgitter weggerissen, Geschäfte beschädigt und eine mobile Toilette in Brand gesetzt. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Zeitweise mußten Metrostationen geschlossen werden.

Die bisherige Bilanz der Ausschreitungen: rund 25 Verletzte in Mailand, darunter zehn Polizisten. Mehr als 50 Personen nahm die Polizei vorläufig fest; etwa die Hälfte war minderjährig. Auch in Turin und Bologna kam es zu Krawallen. Dort errichteten Teilnehmer Barrikaden aus Möbeln und Müllcontainern und warfen Steine, Flaschen und Böller auf die Sicherheitskräfte. In Turin stellten Beamte bei Kontrollen unter anderem Molotowcocktails, Pflastersteine und Nothämmer sicher. In Bologna griff die Polizei ebenfalls ein und nahm mehrere Personen fest. Auch aus Bergamo wurden Zusammenstöße gemeldet.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt und forderte die Opposition auf, eindeutig Stellung zu beziehen. „Demonstrieren ist ein Recht, aber unsere Städte in Brand zu setzen nicht“, erklärte sie. Zugleich warnte sie: „Jede Zurückhaltung wird zur Rechtfertigung.“ Vizepremier Antonio Tajani warf Teilen der Mitte-links-Opposition vor, Öl ins Feuer zu gießen. Meloni-Vize Matteo Salvini kam der Wahrheit vermutlich näher, als er als Haupttreiber der Unruhen „Sozialzentren, Jugendgangs und verkommenes linkes Gesindel“ ausmachte. (mü)

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