Zwei Monate nach dem Illegalen-Tsunami: Ceuta räumt Migrantenlager
Ceuta. Mit einem massiven Polizeiaufgebot hat Spanien am Sonntag die Räumung des Migrantenlagers von Trampolín in Ceuta eingeleitet. Mehr als 3.500 Illegale sollen sich immer noch in dem Lager aufhalten – der Rest eines bis zu 80.000 Köpfen starken Migrantenansturms, der sich Ende Juli über die spanische Exklave gelegt hatte. Die Aktion „Trampolín“ ist bereits der dritte größere Einsatz dieser Art innerhalb weniger Wochen, nachdem zuvor die Lager in Benítez geräumt worden waren.
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Für den Einsatz wurden Polizeikräfte aus mehreren Regionen Spaniens zusammengezogen. Neben der UIP aus Sevilla, Granada, Málaga und weiteren Städten waren die UPR sowie Informationsbeamte aus Ceuta beteiligt. Auch zusätzliche Technik wurde herangeführt. Zwei gepanzerte BMR, ein Vamtac S3 und ein Drohnensystem unterstützten die Operation.
Begründet wird das Vorgehen nach Darstellung der Polizei mit den hygienischen und sicherheitsrelevanten Zuständen, die im Lager herrschen. Das Wasser sei verschmutzt, die Sicherheit der Bewohner und Einsatzkräfte nicht mehr zu gewährleisten. Zudem habe die Zahl der Zwischenfälle zugenommen. Die Behörden riegelten deshalb die Zufahrten ab, um sowohl Auseinandersetzungen als auch Fluchtversuche in die Berge zu verhindern.
Die Räumung begann gegen 8 Uhr. Eine halbe Stunde zuvor waren die Verkehrswege zwischen Benítez und Benzú gesperrt worden. Die Beamten arbeiteten sich anschließend durch das Lager vor und forderten die Bewohner auf, ihre Unterkünfte zu verlassen.
Der erste Bus verließ Trampolín kurz vor 9 Uhr. Für einen Teil der Betroffenen kommt offenbar auch eine Rückkehr in die Herkunftsländer in Frage. Mehrere zuvor aus Benítez verlegte Migranten waren bereits freiwillig zurückgekehrt.
Die komplette Räumung dürfte allerdings an den begrenzten Aufnahmekapazitäten scheitern. In Loma Colmenar stehen Plätze für mehr als 1.000 Menschen zur Verfügung, weitere Kapazitäten gibt es im Hafen. Doch bereits Mitte September hatte das für 1.700 Personen ausgelegte Hafenlager mehr als 2.000 zusätzliche Abschiebekandidaten nicht aufnehmen können. Die Regierung will die Räumung bis zum 15. Oktober abschließen. (mü)
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