Wegen Groß-Deutschlandkarte: AfD-Nachwuchsfunktionär bekommt Ärger
Berlin. Ein Sturm im Wasserglas: der AfD-Nachwuchsmann Luca Maurice Strauf legt sein Amt im Bundesvorstand der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ nieder, weil er mit einer revisionistischen Europakarte gegen den Stachel gelöckt hat. Strauf hatte zum 3. Oktober auf X eine Karte verbreitet, auf der neben der aktuellen Bundesrepublik die früheren Teile Deutschlands wie das Elsaß, Luxemburg, Österreich sowie Gebiete des heutigen Polen, Italiens, Ungarns, Dänemarks, Belgiens, der Schweiz, der Slowakei und der Niederlande als deutsch eingezeichnet waren. Sprachlich wackelig schrieb Strauf dazu: „Deutsche Einheit bedeutet ein Deutschland, das das gesamte deutsche Volk in einem Staat vereint. Heute gedenken wir einem [sic] Etappen-Sieg auf dem Weg dahin.“
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Strauf löschte den Beitrag kurze Zeit später. Screenshots hatten sich aber bereits in den sozialen Netzwerken verbreitet und sorgten vor allem in Frankreich für Gesprächsstoff, unter anderem beim Rassemblement National, wo man – anders als früher unter dem langjährigen Parteichef Jean-Marie Le Pen – ohnehin nicht gut auf die Deutschen zu sprechen ist. Franck Leroy, Präsident der französischen Region Grand Est, kritisierte auf LinkedIn, die Karte „lasse eine alte Herrschaftsfantasie wieder aufleben“. Die Aussagen könnten zum Schmunzeln anregen, „wären sie nicht so beunruhigend“. Europa sei aufgebaut worden, „um das Kapitel der Eroberungen abzuschließen“ – aus dem Munde eines Franzosen eine merkwürdige Feststellung, denkt man an Napoleon und die jahrhundertelangen Raubkriege der französischen Krone.
Gegenüber der „taz“ erklärte Strauf, er habe lediglich auf die „gemeinsame Geschichte“ und das „gemeinsame Schicksal“ Deutschlands und Österreichs hinweisen wollen. Gelöscht habe er den Beitrag, weil er „keinen Nutzen“ gehabt habe.
Die Führung der „Generation Deutschland“ hielt es allerdings für geboten, sich eilfertig von dem Post zu distanzieren. Dieser entspreche weder dem eigenen Anspruch an Geschichtspolitik noch dem Verständnis von Realpolitik. „Patriotismus braucht keine historischen Landkarten-Fantasien“, dozierte Wendelin Fessl, Sprecher der AfD-Jugendorganisation. Der Vorstand wolle den Vorgang bei seiner nächsten Sitzung „sehr deutlich ansprechen“.
Strauf, der sich selbst „Helmut“ nennt und seit 2025 AfD-Mitglied ist, war bereits zuvor mit Klartext aufgefallen. Bei der Neugründung der Jugendorganisation soll er erklärt haben: „Wir müssen abschieben, abschieben, abschieben, bis Deutschland wieder Heimat wird.“ (rk)
Bildquelle: KI-generiert @ZUERST!
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