Von der FPÖ lernen: AfD-Delegation in Wien
Magdeburg/Wien. Gut zwei Wochen nach dem grandiosen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt ist die AfD am Netzwerken. Eine Delegation um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, Landeschef Martin Reichardt und den Parlamentarischen Geschäftsführer Tobias Rausch hat am Dienstag der österreichischen FPÖ ihre Aufwartung gemacht. Im Mittelpunkt stand der Erfahrungsaustausch über die praktische Regierungsarbeit – in diesem Punkt kann die AfD von der FPÖ noch lernen. Siegmund erklärte im YouTube-Kanal FPÖ TV: „Wir sind heute hier, um von der Erfahrungen der FPÖ zu lernen, um diese mitzunehmen in unsere Regierungsarbeit.“
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Kontakte zwischen AfD und Freiheitlichen gibt es schon länger. AfD-Geschäftsführer Rausch verwies darauf, daß die FPÖ Erfahrungen mit Regierungsbeteiligungen gesammelt habe und zugleich an ihren politischen Grundsätzen festhalte. „Wer Regierungsverantwortung übernehmen will, muß vorbereitet sein.“ Öffentliche Medientermine waren für den Wien-Besuch nicht vorgesehen.
Siegmund hob im Interview die lange Vorgeschichte der FPÖ hervor. Diese verfüge in Österreich über eine „extrem lange Verwurzelung“. Die Wähler hätten sich dort über „viele Jahrzehnte“ ein Urteil über die Partei bilden können. Die AfD existiert dagegen erst seit 2013. Hier hob Siegmund Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich hervor und sagte, in Deutschland gebe es das „permanente Beobachten durch den Verfassungsschutz und das Verstecken hinter Brandmauern“. Zugleich erklärte er: „Wir sind jetzt an einem Punkt, wo wir so stark geworden sind, daß sie nicht mehr um uns herumkommen.“ Sein Ziel sei es, „in Sachsen-Anhalt die erste AfD-geführte Regierung in Deutschland möglich zu machen“.
Unterschiede zur FPÖ gibt es gleichwohl. Auf europäischer Ebene marschieren Freiheitliche und deutsche „Blaue“ derzeit noch getrennt – die FPÖ gehört der Fraktion „Patrioten für Europa“ (PfE) an, die AfD der ESN (Europa der Souveränen Nationen). Auf Dauer muß das nicht so bleiben. (mü)
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