Voigt gibt im Plagiatsstreit klein bei: Aber kein Gedanke an Rücktritt
Erfurt. Das überfällige Ende eines quälend langen Trauerspiels: der angeschlagene Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gibt im Dauerstreit um seine plagiierte Doktorarbeit endlich auf und akzeptiert, daß ihm der Doktortitel entzogen bleibt. „Und deswegen habe ich mich entschieden, den Rechtsstreit um meine Dissertation einzustellen“, gab Voigt in einer Pressekonferenz im Thüringer Landtag bekannt. Als Regierungschef gehöre seine Aufmerksamkeit den Bürgern. Will sagen: seinen Posten als Ministerpräsident will er trotz des schallenden Ehrverlusts nicht räumen.
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Die Technische Universität Chemnitz hatte Voigt die Doktorwürde wegen Plagiatsvorwürfen entzogen und seinen Widerspruch dagegen abgelehnt. Voigt reichte daraufhin Klage beim Verwaltungsgericht Chemnitz ein. Diese nahm er nun am Mittwochmorgen zurück.
Die AfD mit ihrem Landes- und Fraktionschef Björn Höcke setzte Voigt monatelang unter Druck und drängte ihn zum Amtsverzicht. Zwei konstruktive Mißtrauensvoten der AfD-Fraktion scheiterten jedoch.
Die Ankündigung Voigts kam eine halbe Stunde vor einer Sondersitzung des Landtags, in der auf Antrag der AfD-Fraktion über eine Auflösung des Parlaments entschieden werden sollte. Allerdings verfügt die AfD dafür nicht über die nötige Zweidrittelmehrheit im Erfurter Landtag, und für den AfD-Antrag stimmten nur 34 Abgeordnete, 52 dagegen. So ändert sich erst einmal nichts: Voigt klebt weiter an seinem Sessel, und die AfD wird weiter auf seinen Rücktritt drängen. (rk)
Bildquelle: Pixabay/NakNakNak
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