Trump schießt wieder gegen Selenkyj: „Sie sollten sich einen neuen Anführer suchen“
Washington/Moskau. Bei Donald Trump sind Ankündigungen und verbale Paukenschläge immer mit Vorsicht zu genießen – schon am nächsten Tag kann alles wieder vergessen sein. Ein Paukenschlag war es aber dennoch, was Trump am Samstag im Weißen Haus von sich gab: Selenskij solle die Angriffe auf russische Raffinerien „verdammt noch mal“ einstellen. Dann wurde er noch deutlicher: „Ich schlage vor, daß sie sich einen neuen Anführer suchen, der einen Deal machen kann.“ Selenskij habe wiederholt Möglichkeiten ausgeschlagen, den Krieg zu beenden. Rußland hingegen wolle nach Trumps Darstellung eine Vereinbarung. „Präsident Putin will dringend ein Abkommen haben“, sagte er.
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Bei einem weiteren Auftritt bekräftigte Trump seine Vorwürfe. Selenskij hätte bereits vor zwei Jahren einen Vertrag abschließen sollen: „Dann hätte er weitaus günstigere Bedingungen erhalten.“ Zudem verwies Trump auf Rußlands zahlenmäßige Überlegenheit bei den Streitkräften. Auch die Rückkehr russischen Öls auf den Weltmarkt begrüßte er: Putin stelle große Mengen zu niedrigen Preisen bereit, „das ist gut“.
Rückendeckung erhielt Trump von Elon Musk, dessen Satellitendienst Starlink für die ukrainischen Streitkräfte von großer Bedeutung ist. „Selenskij ist zu weit gegangen“, schrieb Musk auf seiner Plattform X. In einem weiteren Beitrag erklärte er: „Ich glaube, es ist an der Zeit, daß die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.“ Damit stellt sich Musk öffentlich hinter Trumps Forderung. In Kiew wächst die Sorge, Musk könnte tatsächlich die Bereitstellung von Starlink einschränken. In der Vergangenheit hatte er bereits mehrfach mit einer Abschaltung gedroht.
Seit dem Wortgefecht im Weißen Haus im Februar 2025 hat Trump Selenskij kaum jemals so scharf angegriffen. Damals setzte Washington zeitweise die Waffenlieferungen und Geheimdienstinformationen für Kiew aus. Nun rückt erneut die Normalisierung der Beziehungen zu Moskau in den Vordergrund. Allerdings dürfte Trump in erster Linie die Midterm-Wahlen Anfang November vor Augen haben: er braucht dringend Erfolge und gute Nachrichten für seine Wähler. Danach kann alles wieder ganz anders aussehen. (mü)
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