Symbolische Abspaltung: Ein Dorf hat genug von vom Asyl-Ansturm

Symbolische Abspaltung: Ein Dorf hat genug von vom Asyl-Ansturm
Foto: Symbolbild

London. 2016 stimmten die Briten für ihren Austritt aus der EU – einer der Hauptgründe war die europäische Asyl- und Zuwanderungspolitik, die dem Vereinigten Königreich einen ungebremsten Zustrom an Ausländern bescherte. Inzwischen liegt die Brexit-Abstimmung zwar zehn Jahre zurück, aber am Migrationsproblem hat sich nicht wirklich etwas geändert. Viele Briten sind verzweifelt, weil die Kollateralschäden der Zuwanderung auch in Großbritannien längst im Alltag jedes einzelnen angekommen sind.

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Ein kleines Dorf versucht es mit der Abspaltung vom Vereinigten Königreich – zumindest symbolisch. In Piddington bei Oxfordshire votierten 285 von 312 Teilnehmern dafür, 26 dagegen. Grund sind Pläne des Innenministeriums, auf einem ehemaligen Militärgelände bis zu 1256 männliche Asylbewerber unterzubringen. Das wären viermal so viele Migranten, wie das Dorf Einwohner hat, nämlich 350 bis 360.

Seit Wochen organisieren Bewohner Proteste. 133 Frauen unterzeichneten einen offenen Brief an weibliche Abgeordnete. Unterstützung kommt aus den Reihen der Konservativen, von Reform UK und einzelnen Liberaldemokraten.

Das symbolische Referendum wurde auf den 15. September gelegt, den Jahrestag der Luftschlacht um England von 1940. Ein 76 Jahre alter Bewohner, Herbert Owen, verglich den Protest mit der damaligen „Battle of Britain“. Dem „Telegraph“ sagte er: „Es geht um alles, wofür unsere Großeltern und Eltern gekämpft haben (...). Hier geht es nicht nur um Piddington, es geht um unser ganzes Land. Diese Regierung destabilisiert unser Land.“ Die Unterbringung von Asylbewerbern, gleich ob in Lagern oder Gemeinschaftsunterkünften, ruiniert nach seinen Worten das Leben der Menschen.

In den vergangenen drei Jahren gelangten rund 108.000 Menschen über den Ärmelkanal nach Großbritannien, zumeist in Schlauchbooten. Der neue Premierminister Andy Burnham äußert Verständnis für Sorgen über die Migration, hält jedoch an der landesweiten Verteilung von Asylbewerbern fest. Auch wohlhabende und ländliche Gemeinden müßten Verantwortung übernehmen.

Rechtlich hat die Abstimmung keinerlei Folgen. Ein britisches Dorf kann weder seine Unabhängigkeit erklären noch aus dem Vereinigten Königreich austreten. Die Organisatoren wollen mit dem Votum dennoch den Widerstand der Gemeinde gegen die geplante Unterkunft sichtbar machen und andere Kommunen zu ähnlichen Aktionen bewegenn – in der Hoffnung, daß das Beispiel von Piddington Schule macht. (mü)

Bild von Oskar Młodziński auf Pixabay/gemeinfrei

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