Schröder bei Putin: Geschäftstermin und Geburtstagsbesuch

Schröder bei Putin: Geschäftstermin und Geburtstagsbesuch
Foto: Symbolbild

Moskau. Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ließ es sich nicht nehmen, anläßlich eines Geschäftsbesuches in Moskau auch gleich einen zutiefst persönlichen Termin wahrzunehmen: bei Kremlchef Wladimir Putin, dem er zu seinem 74. Geburtstag gratulierte.

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Nach Angaben des Kreml erfuhr der russische Präsident erst am Mittwochmorgen aus den Medien von Schröders Aufenthalt. Daraufhin lud er seinen „alten Freund“ zu sich nach Hause ein.

Schröders eigentlicher Besuch galt seiner Tätigkeit für Hyperglobus. Das Unternehmen ist aus dem deutschen Handelskonzern Globus hervorgegangen. Anfang 2025 wurde das Rußlandgeschäft rechtlich und operativ von der deutschen Holding getrennt. In Moskau besuchte Schröder eine Filiale, wo ihn Mitarbeiter mit Applaus empfingen. Er hielt eine kurze Ansprache und nahm anschließend an einem Gespräch mit Beschäftigten unter Ausschluß der Öffentlichkeit teil.

„Ich freue mich sehr, hier zu sein, diesen beeindruckenden Markt und die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu sehen“, sagte Schröder. Er erinnerte zudem an seine eigene berufliche Ausbildung: nach der Schule habe er drei Jahre im Einzelhandel gearbeitet, in einem Geschäft für Keramik und Glas.

Bei Hyperglobus soll der frühere Bundeskanzler die Geschäftsführung und die strategische Entwicklung des Rußlandgeschäfts unterstützen. Schröder betonte die Bedeutung wirtschaftlicher Beziehungen gerade in Krisenzeiten.

Es war nicht die erste Begegnung mit Putin in diesem Jahr. Bereits im Juni hatten sich beide getroffen. Der Kremlberater Juri Uschakow bezeichnete das Gespräch als „gut“. Im Mai hatte Putin Schröder sogar als möglichen europäischen Ansprechpartner für Gespräche über die Ukraine vorgeschlagen. In Berlin und anderen europäischen Hauptstädten stieß dieser Vorstoß aber auf Zurückhaltung.

Schröder hatte früher leitende Funktionen bei Nord Stream und Rosneft übernommen. Nach dem Ausbruch des Ukrainekrieges gab er 2022 seinen Posten bei Rosneft auf. Seine persönlichen Kontakte zu Putin ließ er sich aber nicht verbieten – obwohl seine eigene Partei deshalb sogar ein Ausschlußverfahren gegen ihn anstrengte. (mü)

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