Rußlands Trumpf im All: Rasswet ist kaum zu stoppen
Moskau. Rußland baut schon seit geraumer Zeit mit Rasswet ein eigenes Satellitennetzwerk auf, das dem amerikanischen Starlink-System Konkurrenz machen soll. Eric Schmidt, ehemaliger Google-Chef und heute an der Entwicklung KI-gesteuerter Drohnen für die Ukraine beteiligt, hält eine Blockierung des russischen Netzes nach dessen Inbetriebnahme für praktisch unmöglich. Damit könnte Moskau seine Kommunikationsmöglichkeiten erheblich erweitern – auch im militärischen Bereich.
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Rasswet soll künftig Internetverbindungen in abgelegenen Regionen sowie auf Schiffen und in Flugzeugen ermöglichen. Zugleich könnte das System dem russischen Militär helfen, die Kommunikation zwischen seinen Truppen zu verbessern. Gerade diese Doppelnutzung sorgt in der Ukraine für Besorgnis. Ein Satellitennetz, das sich kaum ausschalten läßt, könnte die Widerstandsfähigkeit der russischen Kommunikationsstrukturen im Krieg deutlich erhöhen.
Schmidt äußerte sich dazu in einem Interview des britischen Magazins „The Economist“. Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes wollte von ihm wissen, ob Rasswet ein entscheidender Wendepunkt sein könne. Schmidt zeigte sich überzeugt, daß das Netzwerk nach seiner Inbetriebnahme kaum zu blockieren sein werde. Gleichzeitig verwies er auf die technologischen Fortschritte Rußlands: „Rußland befindet sich jetzt sozusagen auf dem Weg der Innovation mit einer Tendenz zur Verbesserung, der übrigens dem der Ukraine ähnelt, aber mit viel mehr Ressourcen.“
Der Informatiker sprach auch über andere militärtechnische Probleme der Ukraine. Seinen Angaben zufolge verfügen derzeit weder sein Unternehmen noch die ukrainischen Streitkräfte über wirksame Lösungen, um russische ballistische Raketen abzufangen. Außerdem könne Kiew seine Marschflugkörper des Typs „Flamingo“ nicht in großen Stückzahlen herstellen.
Auch Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates und früherer Präsident, warnte vor einem Angriff auf Rasswet. Sollte die Führung in Kiew eine Blockierung des Netzwerks veranlassen, käme dies nach seiner Darstellung einer Zerstörung gleich. Medwedew drohte daraufhin in sozialen Medien mit einem Krieg im Weltraum. Ein solcher Konflikt könnte auch Folgen für Starlink haben. Mit dieser Position steht Medwedew freilich nicht allein – die US-Militärdoktrin betrachtet einen Angriff auf die Satellitenkommunikation offiziell als Grund für den Einsatz von Atomwaffen. (mü)
Bild von Ondřej Šponiar auf Pixabay/Gemeinfrei
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