Rubio redet den Europäern ins Gewissen: „Patriotismus ist nichts Verwerfliches“
Athen/Washington. US-Außenminister Marco Rubio hat eine Vision. Sie speist sich aus uralten, vor allem aber: europäischen Quellen. In einer Grundsatzrede vor dem Hintergrund der Akropolis erklärte Rubio dieser Tage, der Westen müsse sich am antiken Griechenland ein Beispiel nehmen, um seine Zukunft zu sichern. Die Griechen hätten noch gewußt, „daß nichts Egoistisches oder Falsches an der Loyalität zu seinem Vaterland liegt und für die Verteidigung seiner Interessen vor allem anderen zu kämpfen“.
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Rubio wiederholte damit einige Grundgedanken, die Vizepräsident JD Vance im Vorjahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz vorgetragen hatte – zum Entsetzen des deutschen Etabliertenkartells. Der Westen habe sich von den Prinzipien des antiken Griechenland abgewandt, kritisierte er. Heute schäme man sich der früheren Errungenschaften, niemand strebe mehr nach Besserem, Exzellenz werde im Namen der Mittelmäßigkeit behindert. Die Nationen des Westens hätten ihre Grenzen geöffnet, Industrien ins Ausland verlagert und ihr Militär verkommen lassen. Europas Gegner hätten das Vakuum längst gefüllt. Die Gefahr sei nicht kleiner als vor mehr als 2000 Jahren in Athen.
„Das nächste Jahrzehnt wird die Geschichte des nächsten Jahrhunderts schreiben. Der Kurs, den wir einschlagen, wird darüber entscheiden, ob der Westen seinen Platz an der Spitze der Welt behält oder sich mit einer Zukunft voller Verfall, Knechtschaft und Niedergang abfindet. Entweder entscheiden wir uns jetzt zu handeln, oder wir verlieren die Möglichkeit, überhaupt noch zu handeln.“
Die Trump-Regierung habe ihre Wahl getroffen, so Rubio. Auch für Europas Staaten sei es noch nicht zu spät. Anzeichen gebe es bereits: überall würden die Verteidigungsausgaben erhöht. Rubio lud die Europäer ausdrücklich zur Zusammenarbeit ein, denn „wir wollen zusammen siegen, wir müssen zusammen siegen“.
Rubio bereist derzeit Europa. Erste Station war Island, wo er Befürchtungen ausräumen mußte, Präsident Trump strecke seine Hand nach der Insel aus. Nach Griechenland folgt Portugal. In Athen nannte er Griechenland ein „Vorbild für den Rest Europas“ und einen „Modell-Alliierten“.
Rubio gilt neben Vance als aussichtsreichster Anwärter auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur in zwei Jahren. Im Ton gibt er sich konzilianter als der Vizepräsident, in der Sache sprechen sie aber dieselbe Sprache. Was nichts daran ändert, daß Rubios zentrale Aussagen natürlich richtig sind: mit den Idealen des antiken Griechenland hat das heutige Europa, in dem Genderkult, „Vielfalt“ und offene Grenzen die obersten Werte sind, nicht mehr viel zu tun. (mü)
Bildquelle: KI-generiert @ZUERST!
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