Nebeneffekt des Ukraine-Krieges: Deutsch als Sprache erlebt Renaissance im Baltikum
Riga. Die anhaltende Konfrontation mit Rußland hat zur Folge, daß vor allem in den baltischen Ländern alles Russische systematisch verdrängt wird. Auch an den Schulen verschwindet Russisch von den Stundenplänen. Sprach zum Beispiel in Lettland bis zu einem Drittel der Einwohner Russisch als Muttersprache, so ist Russisch als Unterrichtssprache bereits seit dem Schuljahr 2021/2022 verboten – auch an Privatschulen. Ab diesem Schuljahr entfällt Russisch nun auch als Fremdsprache. An seine Stelle tritt vor allem das Deutsche. Die Tagesschau meldete dazu: „´Hallo´ statt ´Privjet´ an Lettlands Schulen“.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Die Russophobie trifft einen erheblichen Teil der Bevölkerung: neben ethnischen Russen nutzen auch viele Weißrussen und Ukrainer Russisch als tägliche Umgangssprache. Mit dem Verbot der Fremdsprache Russisch entfällt für sie die Möglichkeit, ihre Muttersprache im Unterricht zu pflegen.
Der Autor Arne Bartram betont die lange Tradition des Deutschen in Lettland. Er hofft auf künftig wieder engere Verbindungen zwischen Deutschland und dem Baltikum.
Tatsächlich profitiert das Deutsche von der Entwicklung. Englisch als erste Fremdsprache ist zwar Standard. Von 224.000 lettischen Schülern in Grundschule und Sekundarstufe lernen aber immerhin 57.000 Deutsch als zweite Fremdsprache. Daneben werden Französisch und Spanisch gewählt, denn das Bildungsministerium schreibt eine EU-Amtssprache als zweite Fremdsprache vor. Die Zahl der Deutschlehrer hat sich auf 600 verdoppelt. Das vom Auswärtigen Amt finanzierte Goethe-Institut qualifiziert mit dem Projekt „Mit Deutsch durchstarten – Deutsch als Fremdsprache (DaF)“ lettische Lehrkräfte um. Über 80 Prozent aller Schulen führen laut dem Goethe-Institut Deutsch als zweite Fremdsprache ein.
Auch private und kirchliche Initiativen unterstützen die Entwicklung. Jörn Freiherr von Campenhausen, Sproß einer ehedem in Livland ansässigen deutschen Adelsfamilie, versorgt mit Bundestagsabgeordneten und der evangelischen Johanniter-Hilfsorganisation unter dem Motto „Dein Buch. Ihr Lächeln“ lettische Schulen mit deutschsprachigen Büchern.
Am vergangenen Wochenende fanden in Lettland Parlamentswahlen statt. Die Regierung sieht sich durch das Ergebnis in ihrem Kurs bestärkt. Russischsprachige sind politisch weitgehend marginalisiert, auch durch die Verfolgung von Parteien, die ihre Interessen vertreten. Der Saeima-Abgeordnete Alexei Rosslikow von der Partei „Für Stabilität“ mußte nach Weißrussland fliehen; die Behörden fahndeten wegen „Anstiftung zu nationalem Haß“ nach ihm. Viele Russischsprachige wählen daher Parteien, die am wenigsten scharf gegen Rußland auftreten – etwa „Lettland zuerst“, die bei den Saeima-Wahlen auf 13 Prozent kam und Russisch als Fremdsprache beibehalten will. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin
Kommentare 0
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!