Nach dem Sieg der Linken in Berlin: Investoren fürchten um ihr Kapital

Nach dem Sieg der Linken in Berlin: Investoren fürchten um ihr Kapital
Foto: Symbolbild

Berlin. Der Wahlsieg der Linken bei der jüngsten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus war ein Fanal. Er wird von vielen Beobachtern als politische Zäsur empfunden. Grund dafür ist nicht zuletzt die Ankündigung der Linken, daß es unter einer von ihr geführten Regierung zu Enteignungen kommen werde. Konkret geht es um rund 220.000 Wohnungen, die sich in der Hand großer Wohnungskonzerne befinden – sie sollen nach Vorstellungen der Linken in kommunale Hand überführt werden. Investoren befürchten Auswirkungen auf den Immobilienstandort.

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Lars von Lackum, Vorstandschef des Düsseldorfer Wohnimmobilienkonzerns LEG, berichtet von entsprechenden Fragen internationaler Anleger. Bei Gesprächen in Melbourne, Hongkong oder New York werde er regelmäßig gefragt, ob Deutschland „auf dem Weg in den Sozialismus“ sei. Die Entwicklung in Berlin beschäftige Investoren weltweit, ließ von Lackum die Nachrichtenagentur dpa wissen.

Berlins Linke gießt unterdessen Öl ins Feuer und bekräftigt ihre Position. Die Berliner Co-Vorsitzende Martha Kleedörfer reagierte in einem Instagram-Video auf einen Bericht der „Bild“-Zeitung über die mögliche Abwanderung von Investoren. Sie erklärt darin, die Linke habe kein Problem damit, wenn private Wohnungskonzerne und Investoren Berlin verließen. Bereits zuvor hatte sie angekündigt: „Die Linke wird ihm [dem Vonovia-Konzern; d. Red.] alles wegnehmen, was ihm lieb ist, seine Immobilien, sein Auto, seine Spielzeuge.“

Die Bundesregierung plant unterdessen ein Gesetz, das eine Überführung von Mietwohnungsbeständen großer Unternehmen in Gemeineigentum durch die Länder verhindern soll. Von Lackum setzt darauf, daß der Bund diese Regelung umsetzt. Ob eine solche gesetzliche Einschränkung der Länder rechtlich Bestand hätte, ist allerdings umstritten. Unumstritten ist dagegen, daß auf Berlin turbulente Zeiten zukommen. Der einstmalige Glanz der Bundeshauptstadt bröckelt weiter ab. (rk)

Bildquelle: Bild von Jens Schöffel auf Pixabay

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