KSK-Chef: „Wir richten uns sehr konkret auf den Gegner Rußland aus“
Calw/Berlin. Die Bundeswehrführung macht kein Hehl mehr daraus, daß sie von einem eher früher als später ausbrechenden Krieg mit Rußland ausgeht. „Wir richten uns sehr konkret auf den Gegner Rußland aus“, erklärte jetzt KSK-Chef Brigadegeneral Andreas Kühne gegenüber der „Bild“-Zeitung. Die Ausbildung seiner Truppe in Calw wird demnach grundlegend angepaßt. Statt kurzer Kommandoaktionen stehen zunehmend langwierige Operationen im Feld auf dem Programm. „Da werden wir viel länger im Felde ausharren müssen“, sagte Kühne.
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Die Soldaten trainieren für Einsätze gegen einen Gegner mit Panzern, Artillerie, Drohnen und elektronischer Kampfführung. Auch extreme Kälte gehört zum Ausbildungsspektrum. Im Ernstfall sollen die Spezialkräfte bereits handeln, bevor größere Bundeswehrverbände eingreifen. Mit Blick auf die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 erklärte der KSK-Chef: „Wenn die Panzerbrigade 45 in Litauen im Ernstfall ihre Motoren startet, wollen wir unseren Job schon gemacht haben.“
Die Fähigkeit, frühzeitig gegnerische Operationen zu stören, soll zugleich abschreckend wirken. Nach Übungen im Baltikum erklärte der KSK-Kommandeur: „Putin kennt unsere Schlagkraft.“ Das militärische Können der Einheit sei ein „Preisschild“, das Moskau die Kosten eines Angriffs vor Augen führen solle.
Das 1996 aufgestellte KSK ist im Ernstfall unter anderem für Geiselbefreiungen, Spezialaufklärung und die Festsetzung wichtiger Zielpersonen zuständig. Von knapp 1.500 Angehörigen der Truppe sind allerdings nur etwa ein Drittel als Kommandosoldaten tätig, also gerade einmal 500. Der Personalbestand liegt derzeit bei 70 bis 80 Prozent – was auch eine Spätfolge ausufernder politischer Gleichschaltung ist: 2020 hatte die damalige Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) die komplette 2. Kompanie des KSK wegen angeblich „rechtsextremer“ Vorfälle aufgelöst. Andererseits bestehen nur 15 Prozent der Bewerber das anspruchsvolle Auswahlverfahren. (he)
Bildquelle: Wikimedia/Tim Rademacher/CC BY-SA 4.0
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