Jetzt bei Globus: Altkanzler Schröder wieder im Rußland-Geschäft
Moskau. Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder kehrt überraschend in die russische Wirtschaft zurück. Er übernimmt einen Sitz im Aufsichtsrat von Hyperglobus, dem Unternehmen hinter den russischen Globus-Hypermärkten. Schröders langjährige politische und wirtschaftliche Erfahrung soll in die strategische Ausrichtung des Konzerns einfließen. Für den Ex-Kanzler zahlt sich damit sein beharrliches Festhalten an wirtschaftlichen Kontakten zu Rußland aus, während die EU ebenso wie die Bundesregierung alles unternehmen, um die ökonomischen Beziehungen zur Russischen Föderation zu sabotieren.
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Auch die deutsche Globus-Kette hält an ihrem Rußland-Geschäft fest. Anfang 2025 wurde die russische Sparte rechtlich und organisatorisch von der deutschen Globus Holding getrennt. Hyperglobus arbeitet seither eigenständig und betreibt weiterhin ein umfangreiches Netz von Globus-Hypermärkten in Rußland. Auch zahlreiche andere westliche Unternehmen haben teilweise ihre Geschäftsstrukturen im Land erhalten oder setzen ihre Aktivitäten unter veränderten Bedingungen fort.
Für den Konsumgüterhandel bleibt Rußland trotz der politischen Spannungen ein großer Markt mit mehr als 140 Millionen Einwohnern.
Globus-Hauptgesellschafter Thomas Bruch erklärte, man hole sich mit Gerhard Schröder wichtiges Expertenwissen ins Gremium. Der „dialogorientierte Ansatz“ des Alt-Kanzlers könne dem Unternehmen zugutekommen. Bruch hatte es sich nicht nehmen lassen, im Juni zum St. Petersburger Wirtschaftsforum zu reisen.
Schröders Verbindungen nach Rußland reichen weit zurück. Nach seiner Kanzlerschaft übernahm er den Aufsichtsratsvorsitz bei der Gazprom-Tochter Nord Stream AG und später eine Spitzenposition beim Staatskonzern Rosneft. Nach Ausbruch des Ukrainekrieges legte er diese Ämter nieder, hielt aber weiterhin Kontakt zu Kremlchef Putin. Politischem Druck, sich von ihm zu distanzieren, widersetzte er sich hartnäckig. Der Bundestag entzog Schröder daraufhin seine Altkanzler-Privilegien, darunter sein Büro. In der SPD wurde sogar ein Parteiausschlußverfahren geprüft. (mü)
Bildquelle: Wikimedia/Olaf Kosinsky/CC BY-SA 3.0 de (Bildformat bearb.)
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