Israel: Rechter Minister reißt persönlich Palästinenserhaus ab
Tel Aviv. In Ostjerusalem, das seit 1967 israelisch besetzt und völkerrechtlich kein Teil Israels ist, haben israelische Behörden jetzt ein Wohnhaus abreißen lassen, in dem rund 70 Menschen lebten. Die palästinensische Gebietsverwaltung verurteilte die Aktion als weitere Eskalation der israelischen Politik von Hauszerstörungen und Zwangsumsiedlungen. Eine Bewohnerin berichtete, die Polizei habe den Familien lediglich zehn Minuten gegeben, um ihre Wohnungen zu verlassen.
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Überwacht wurde der Einsatz vom rechten israelischen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir. Er begründete den Abriß damit, daß das Gebäude ohne Genehmigung errichtet worden sei. In einem auf X veröffentlichten Video war Ben Gvir selbst in der Fahrerkabine eines Bulldozers zu sehen. Dazu sagte er: „Ich liebe dieses Geräusch. Wir reißen ab, was illegal ist.“
Nach Angaben von Zeugen rückten israelische Polizisten in den frühen Morgenstunden mit drei Abrißbaggern im Stadtteil At-Tur an. Die Einsatzkräfte drangen demnach in die Wohnungen ein und bedrohten die Bewohner mit vorgehaltenen Waffen. Diese durften nur Medikamente, Geld, Handgepäck und ihre Ausweise mitnehmen.
Die Bewohner waren nach eigenen Angaben am Montag über die geplante Zerstörung informiert worden, nicht jedoch über den Zeitpunkt des Einsatzes.
Israel läßt regelmäßig palästinensische Gebäude in Ostjerusalem und im Westjordanland abreißen, wenn diese nach israelischer Auffassung ohne erforderliche Genehmigung errichtet wurden.
Israel besetzte Ostjerusalem 1967 und annektierte das Gebiet später. Die Annexion wird international nicht anerkannt. Heute leben dort mehr als 360.000 Palästinenser und rund 230.000 Israelis. Die Palästinenser beanspruchen Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen Staates, Israel betrachtet dagegen ganz Jerusalem als seine „vereinigte und unteilbare“ Hauptstadt. (mü)
Bild von hosny salah auf Pixabay
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