Immer noch zu viel, aber: Interesse am Geschlechtswechsel nimmt ab

Immer noch zu viel, aber: Interesse am Geschlechtswechsel nimmt ab
Foto: Symbolbild

Wiesbaden/Berlin. Immer weniger Menschen lassen ihren Geschlechtseintrag amtlich ändern. Das zeigen die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Das seit November 2024 geltende sogenannte „Selbstbestimmungsgesetz“, dem zufolge sich jeder Bundesbürger einmal im Jahr ein neues Geschlecht aussuchen und amtlich beglaubigen lassen darf, hatte zunächst einen regelrechten Ansturm ausgelöst. Inzwischen hat sich die Nachfrage jedoch deutlich abgeschwächt.

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Die Neuregelung der „Ampel“koalition ermöglicht Änderungen des Geschlechtseintrags und des Vornamens durch eine persönliche Erklärung beim Standesamt. Psychologische Gutachten oder medizinische Eingriffe sind dafür nicht mehr erforderlich. Noch nach dem alten Transsexuellengesetz wurden von Januar bis Oktober 2024 lediglich 596 Änderungen registriert. Mit Inkrafttreten der neuen Regelung schnellte die Zahl nach oben: Allein im November 2024 waren es 7.057 Fälle, im Dezember weitere 2.936.

Für das erste vollständige Jahr unter dem neuen Gesetz verzeichnete das Statistische Bundesamt 2025 insgesamt 15.688 Änderungen. Doch bereits ab August sank die monatliche Zahl unter 1.000. Dieser Rückgang setzte sich 2026 fort. Von Januar bis Juli wurden bundesweit noch 4.620 Änderungen registriert, monatlich zwischen etwa 550 und 750.

Auch kommunale Zahlen bestätigen die Entwicklung. In Rostock nutzten im November und Dezember 2024 insgesamt 109 Menschen die neue Möglichkeit. Im gesamten Jahr 2025 waren es nur noch 72. Für 2026 wurden bislang 56 Fälle gemeldet. Nach Angaben eines Stadtsprechers habe sich der anfängliche Ansturm inzwischen „etwas relativiert“. Ähnliche Entwicklungen werden aus Greifswald berichtet.

Interessant ist auch die Verteilung der gewünschten Einträge. 2025 entfielen 42,38 Prozent der Änderungen auf den Wechsel von weiblich zu männlich, 27,44 Prozent auf den Wechsel von männlich zu weiblich. Weitere 9,33 Prozent der zuvor männlich eingetragenen Personen entschieden sich für „divers“ oder „keine Angabe“. (rk)

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