Im Schnitt eineinviertel Jahre: Asylklagen dauern wieder länger

Im Schnitt eineinviertel Jahre: Asylklagen dauern wieder länger
Foto: Symbolbild

Nürnberg. Die Bearbeitung von Klagen gegen abgelehnte Asylanträge dauert zunehmend wieder länger. Im ersten Halbjahr 2026 vergingen bis zu einem Urteil durchschnittlich 15,3 Monate. Im Vorjahr waren es 14,3 Monate, wobei die Zahlen für Dezember 2025 noch nicht berücksichtigt sind. Zuvor hatte sich die Dauer der Verfahren über einige Jahre hinweg verkürzt.

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Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Der längerfristige Vergleich zeigt dennoch einen Rückgang gegenüber früheren Jahren: 2021 benötigten die Gerichte im Durchschnitt 26,5 Monate, 2024 waren es noch 16,7 Monate. Inzwischen steigt die Verfahrensdauer allerdings erneut. Nach Einschätzung der Bundesregierung hängt dies vor allem mit der wachsenden Zahl von Klagen zusammen. Hinzu kommt, daß einzelne Verwaltungsgerichte zeitweise besonders viele Verfahren zu bestimmten Herkunftsländern bearbeiten müssen. Dadurch kann sich die Entscheidung deutlich verzögern.

Auch regional bestehen erhebliche Unterschiede. In Sachsen dauerte ein Verfahren im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 20,4 Monate, in Niedersachsen 20 Monate. Rheinland-Pfalz kam dagegen auf 9,2 Monate, Bayern auf 10,7 Monate. In Rheinland-Pfalz hatte die durchschnittliche Dauer 2023 sogar nur fünf Monate betragen.

Zum Stichtag 15. August waren bundesweit sage und schreibe 196.315 Asylklagen anhängig. Meist klagen die Betroffenen gegen eine Ablehnung ihres Antrags; teilweise geht es auch um Familiennachzug bei subsidiärem Schutz.

Anders entwickelte sich die Bearbeitung beim BAMF selbst: Asylanträge wurden im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich in 11,3 Monaten entschieden, nach 12,2 Monaten im Vorjahr. Der Rückgang hängt laut Darstellung damit zusammen, daß das Amt 2025 besonders viele ältere Anträge syrischer Staatsangehöriger inzwischen abgearbeitet hat. (rk)

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