Heidenau sagt Nein: Keine Lust auf „Stolpersteine“

Heidenau sagt Nein: Keine Lust auf „Stolpersteine“
Foto: Symbolbild

Heidenau. Schon seit 1992 werden sogenannte „Stolpersteine“ verlegt – Pflastersteine mit einer kleinen Messingplatte, auf der die Namen ermordeter Juden eingraviert sind. Sage und schreibe 116.000 Stück sind im Laufe der Jahrzehnte in ganz Europa verlegt worden. Der Initiator des Projekts, Gunter Demnig, wird den kommerziellen - neben dem ideologischen - Erfolg nicht verhehlen können.

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Aber nicht überall ist der Erinnerungskult willkommen. In Heidenau in Sachsen zum Beispiel wird es künftig keine neuen „Stolpersteine“ mehr geben. Der Stadtrat beschloß jetzt, weitere Verlegungen im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich abzulehnen. Statt dessen soll vorzugsweise auf dem Nordfriedhof eine eigene Gedenkfläche entstehen. Für den gemeinsamen Antrag von AfD, CDU und Bündnis Oberelbe stimmten in geheimer Abstimmung 13 Ratsmitglieder, sechs waren dagegen, eines enthielt sich.

Zur Begründung verwiesen die Antragsteller darauf, daß Passanten die Namen der Opfer „bewußt oder unbewußt“ mit Füßen treten könnten – ein Argument, das auch vom früheren Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude vertreten wurde, weshalb es in der bayerischen Landeshauptstadt bis heute keine „Stolpersteine“ auf öffentlichem Grund gibt. Ein AfD-Stadtrat verwies zudem auf Vorfälle in Berlin: „In Berlin wird auf Stolpersteine gespuckt.“

Der Heidenauer Beschluß sieht vor, das Gedenken künftig so zu gestalten, „daß ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist“. Die Stadtverwaltung hatte den Antrag zuvor abgelehnt. Erinnerung solle weiterhin „sichtbar und wahrnehmbar im öffentlichen Raum stattfinden“, argumentierte sie. Ein Friedhof könne frühere Wohn- und Wirkungsorte der Verfolgten zwar ergänzen, diese Form des Gedenkens aber nicht ersetzen.

In Heidenau existieren bereits Stolpersteine an zwei Stellen, darunter für den früheren Bürgermeister Paul Gröger. Dabei wird es nun auch bleiben. (rk)

Bild von WikimediaImages auf Pixabay

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