Franzosen wieder beleidigt: Scheitert der deutsch-französische Zukunftspanzer?
Paris/Berlin/Düsseldorf. Ein Paukenschlag für die deutsch-französische Rüstungskooperation: das gemeinsame Panzerprojekt MGCS steht vor dem Aus. Das behauptet jedenfalls der französische Generalstab, während das aus Deutschland mitnichten bestätigt wird. Nach Angaben des französischen Generalstabschefs Fabien Mandon will Deutschland die Entwicklung des geplanten „Kampfpanzers der Zukunft“ verlassen. Damit droht nach dem Scheitern des gemeinsamen Luftkampfsystems FCAS bereits dem zweiten große Rüstungsvorhaben beider Länder das Aus.
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Mandon erklärte dieser Tage vor der französischen Nationalversammlung: „Die Deutschen haben beschlossen, das Projekt zu verlassen.“ Es gebe aber noch Hoffnung: „Das ist kein kompletter Fehlschlag, es ist eine wichtige deutsche Entscheidung“, sagte der General. Beide Armeen hätten jahrelang an den Grundlagen eines neuen Kampfpanzers gearbeitet. Diese Vorarbeiten seien nicht vergeblich gewesen, auch wenn die Entwicklung für die beteiligten Unternehmen natürlich keine gute Nachricht sei.
Die Verteidigungsminister Boris Pistorius und Catherine Vautrin wollen von einem endgültigen Aus nichts hören. Das Projekt sei „nicht beendet“, erklärte Pistorius in Bordeaux. Ein Vertreter seines Hauses wollte sich gegenüber „Politico“ nicht zu Mandons Äußerungen äußern.
Eigentlich sollte das 2017 gestartete Main Ground Combat System ab etwa 2045 sowohl bei der Bundeswehr als auch bei den französischen Streitkräften den jeweiligen Haupt-Kampfpanzer ersetzen, also „Leopard 2“ und „Leclerc“. Doch Unstimmigkeiten über technische Spezifikationen, Finanzierung und die Verteilung der Aufträge zwischen den beteiligten deutschen und französischen Firmen bremste das Projekt schon seit Jahren. Der Panzerbau ist nun einmal traditionell eine deutsche Domäne, bei der die Franzosen bestenfalls Juniorpartner sein können. Paris stänkerte immer wieder gegen das deutsche Übergewicht an.
Frankreich will nun nichtsdestotrotz an einem Nachfolger für den Leclerc festhalten. Deshalb drängt Mandon darauf, bereits 2027 neue Planungen aufzunehmen. Den Deutschen, insbesondere Rheinmetall, kann es eigentich egal sein. Denn Rheinmetall stellte 2022 mit dem Kampfpanzer KF51 „Panther“ einen vollständig neuentwickelten Panzerentwurf vor, den die Düsseldorfer Rüstungsschmiede ohnehin als Konkurrenzprojekt zum MGCS präsentierte. Pistorius müßte eigentlich nur zugreifen. (he)
Foto: Rheinmetall
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