Frankreich brennt wieder: Linke und Migranten Hand in Hand
Paris. Frankreich wird wieder einmal von landesweiten Unruhen heimgesucht. Diesmal sind der Auslöser Proteste gegen fehlende Lehrer und schlechte Schulen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden inzwischen (Stand: Mittwoch) 1.949 Randalierer festgenommen, denen Gewalt gegen Einsatzkräfte oder Sachbeschädigungen vorgeworfen werden. 305 Polizisten und Gendarmen wurden verletzt. Nach Angaben von Bildungsminister Édouard Geffray wurden seit Beginn der Proteste zudem 170 Schüler und 65 Beschäftigte des Bildungswesens verletzt.
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Tatsächlich gibt es im französischen Bildungswesen Mißstände. Schüler beklagen überfüllte Klassen, marode Gebäude und Lehrermangel. Im Schuljahr 2024/25 wurden nach Angaben des französischen Bildungsministeriums 9,8 Prozent der vorgesehenen Unterrichtsstunden an öffentlichen weiterführenden Schulen nicht erteilt.
Ein plausibler Grund für landesweite Brandstiftungen, Angriffe und Sachbeschädigungen ist das aber nicht. Müllcontainer und Mobiliar wurden angezündet, öffentliche Verkehrsmittel mit Steinen beworfen und Schulgebäude beschädigt. In Marseille wurde ein Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Auch Journalisten wurden angegriffen. Aus Toulouse und Lille kursierten Aufnahmen von Übergriffen auf Lehrer. In Cannes brannte das Nelson-Mandela-Gymnasium; das Gebäude mußte evakuiert werden. Die Proteste erreichten neben Marseille, Lyon, Grenoble, Besançon und Nîmes auch mehrere Universitäten. Insgesamt sind mittlerweile Hunderte (!) von Städten von den Ausschreitungen betroffen.
Aufnahmen aus Bordeaux zeigen mehrere mächtige Rauchsäulen, die über der Stadt aufsteigen. In La Rochelle ist auf Videos zu sehen, wie eine Gruppe migrantischer Jugendlicher einen weißen Jugendlichen angreift und auf ihn einschlägt. In Marseille wurde ein Journalist des Medienkonzerns Groupe 6 während seiner Berichterstattung attackiert. Die Angreifer beschädigten seine Kamera und verletzten den Journalisten. Auch öffentliche Busse gerieten in der Hafenstadt zum Ziel von Attacken: Fahrzeuge wurden mit Steinen beworfen, beschädigt und teilweise in Brand gesetzt.
Bereits am Mittwoch verbreiteten sich in sozialen Netzwerken Aufnahmen von Angriffen migrantischer Jugendlicher auf Lehrer in Toulouse und Lille. An der Stéphane-Hessel-Schule in Toulouse versuchte eine Lehrkraft offenbar, sich mit einem Feuerlöscher gegen die Angreifer zu verteidigen. Die Jugendlichen rissen den Lehrer zu Boden.
Unterdessen ist es ein offenes Geheimnis, daß die Unruhen maßgeblich von der Linkspartei „La France insoumise“ (LFI) unter Jean-Luc Mélenchon geschürt werden. Die Regierung beruft sich dabei auf Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden und wirft dem LFI-Umfeld vor, die Proteste systematisch anzuheizen. Die LFI-Abgeordnete Mathilde Panot veröffentlichte Aufnahmen mit Demonstranten und schrieb dazu: „Ehre sei der Jugend, die die Geschichte des Landes schreibt. Frankreich, das sind sie!“
Auch Bally Bagayoko, der schwarze LFI-Bürgermeister von Saint-Denis, zeigte sich mit protestierenden Schülern. Auf Videoaufnahmen ist er singend und tanzend vor einem offenen Feuer zu sehen. Zuvor hatte er erklärt, Gewalt könne unter bestimmten Umständen als Gegenwehr gegen Polizeigewalt gerechtfertigt sein. Rechte Politiker wie Marine Le Pen und Éric Zemmour werfen LFI deshalb vor, die Ausschreitungen politisch zu unterstützen. Zemmour kommentierte die Ereignisse mit den Worten:
„Die Gewalt der letzten Tage in der Nähe der Lycées, in verlorenem Gebiet Frankreichs, ist nicht harmlos. Abgeordnete der extremen Linken unterstützen und entschuldigen sie. Man muß sie daher als das sehen, was sie sind: eine Generalprobe, ein Vorgeschmack in kleinem Maßstab auf das Chaos, das Mélenchon und LFI für Frankreich vorbereiten. (…) Er weiß, daß jede Revolution Agitatoren, nützliche Idioten und Schläger braucht, um den Terror im Land zu installieren, bis es schließlich nachgibt. Robespierre hatte seine Sansculotten, Lenin seine Roten Garden. Mélenchon hat seine Banden von Gesindel. Die Epoche ändert sich, aber die Methode ändert sich nicht. Wir werden Frankreich nicht diesem Bündnis der extremen Linken und des Gesindels ausliefern. Wir werden sie unermüdlich bekämpfen, denn Frankreich hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen.“
Premierminister Sébastien Lecornu reagierte mit einer Krisensitzung. Bildungsminister Geffray kündigte Gespräche mit Schülervertretern an. Die Schülerorganisationen kündigten unterdessen weitere Aktionen an. Viele Beobachter sind sich einig darin, daß Frankreich derzeit einen Vorgeschmack dessen erlebt, was passiert, sollte Marine Le Pen 2027 die Präsidentschaftswahlen gewinnen. (mü)
Bild: Pixabay/Gemeinfrei
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