Fragwürdiges Denkmal am Trafalgar Square: Großbritannien wird „dekolonialisiert“
London. Auch die Briten leiden schwer unter der politisch korrekten Bewältigung ihrer Vergangenheit. Auch auf der Insel wird mit Inbrunst die „De-Koloniaisierung“ der eigenen Geschichte betrieben. Dieser Tage nun wurde auf dem sogenannten vierten Sockel am traditionsreichen Trafalgar Square die „Lady in Blue“ enthüllt, eine rund 3,5 Meter hohe Bronzefigur einer schwarzen Frau in blauem Kleid und hochhackigen Schuhen. Das Werk soll das heutige London und dessen multikulturelle Bevölkerung repräsentieren. Zwei Jahre lang bleibt die Skulptur auf dem Sockel, der seit 1999 wechselnden zeitgenössischen „Kunstwerken“ dient. Zuvor war dort unter anderem eine Darstellung des malawischen „Antikolonialisten“ John Chilembwe zu sehen.
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Die Figur der „Lady in Blue“ ist eine glatte Kampfansage an die imperiale Vergangenheit Englands, auf die schon der Trafalgar Square mit seinen historischen Denkmälern verweist. Im Zentrum steht dort Admiral Horatio Nelson, dessen Statue auf einer 46 Meter hohen Granitsäule mehr als fünf Meter hoch ist. Nelson führte 1805 in der Schlacht von Trafalgar die britische Flotte zum Sieg über die französisch-spanische Flotte. Damit wurde eine französische Invasion Großbritanniens verhindert und die britische Vorherrschaft zur See gefestigt.
Wichtig ist den „De-Kolonialisierern“ auch die Rolle Großbritanniens als „Sklavenhalter“-Gesellschaft. Doch dabei wird übersehen, daß das Vereinigte Königreich im 19. Jahrhundert maßgeblich an der Abschaffung des Sklavenhandels beteiligt war. Das Parlament verbot diesen 1807. Von 1808 bis 1867 befreite die Royal Navy rund 150.000 versklavte Afrikaner. Das Westafrika-Geschwader der Navy kostete jährlich etwa zwei Prozent des britischen Nationaleinkommens; auf neun Befreite kam ein getöteter britischer Soldat oder Matrose. Auch in der Karibik, im Roten Meer, im Indischen Ozean, am Persischen Golf, in Brasilien und Ostafrika setzte Großbritannien das Verbot militärisch durch. In Indien wurde der Sklavenhandel ab 1843 durch den Indian Slavery Act schrittweise verboten.
Es half nichts: das Empire muß sich heute wüsteste Schmähungen anhören, und wer London besucht, stellt schnell fest, daß die früheren Kolonisierten heute selbst Kolonialherren sind: das Ende des weißen Mannes ist in den britischen Städten mit Händen zu greifen. Nicht umsonst warnte US-Vizepräsident JD Vance 2024, Großbritannien könnte das erste islamisch regierte Land Europas mit Atomwaffen werden. (mü)
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