Ein neues Werk von Michel Houellebecq: Europa im Angesicht des Endes
Paris. Der Romancier und Essayist Michel Houellebecq, der als einer der prominentesten französischen Intellektuellen der Gegenwart gilt, hat sich mit einem neuen literarischen Opus zu Wort gemeldet; diesmal mit einem Gedichtband unter dem Titel „Der stets verlorene Kampf“. Das Werk kreist nicht nur – eines der zentralen literarischen Themen bei Houellebecq – um Tod und Vergänglichkeit. Im Zentrum steht auch das drohende Ende der westlichen Zivilisation, deren historische Substanz mehr und mehr schwindet. „Unser Lebenswille hat uns verlassen“, schreibt Houellebecq und benennt auch die Verantwortlichen: „Eindringlinge, die uns nicht lieben und unsere Zivilisation zerstören, ohne selbst etwas aufzubauen.“
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Wer diese „Eindringlinge“ konkret sind, teilt Houelebecq nicht mit. Stattdessen arbeitet er mit Bildern vom Untergang des Römischen Reiches. Die europäische Zivilisation erscheint ihm als Kultur, die ihre eigenen Grundlagen verliert und einer kommenden Invasion entgegensieht. „Haben wir die Statuen der Götter begraben, ehe wir die Totenriten vollzogen“, fragt er, und fügt die Vorstellung hinzu, daß wir „auf den Invasor warten“.
Auch seine Perspektive auf die Zukunft des Westens ist düster. „Ihr Abendländer, die ihr leben wollt, / Ihr habt nicht mehr viele Chancen“, heißt es in einem Gedicht. An anderer Stelle spricht Houellebecq von „keinerlei Zuflucht, keinerlei Schutz vor den einfallenden Barbaren“. Auch hier verbindet die Wortwahl den gegenwärtigen Westen mit der Erinnerung an das Ende der antiken Welt.
Die Anspielungen auf Rom sind dabei ein wiederkehrendes Motiv. Houellebecq stellt die grundsätzliche Frage nach dem Schicksal einer Kultur, die ihre religiösen und geistigen Bezugspunkte verliert. Neben den Götterstatuen erscheinen deshalb christliche Motive wie das Jüngste Gericht, Engel und eine „Auferstehung, die sich hinzieht“.
Und noch eine weitere Grundfrage wird thematisiert: was bleibt von einer Zivilisation, wenn ihre kulturellen und religiösen Fundamente verschwinden? Eine eindeutige Antwort gibt Houellebecq nicht. Seine Gedichte bleiben im Atmosphärischen, begnügen sich mit Anspielungen und Reminiszenzen. Für einen Gedichtband ist ist das in Ordnung. Auch Houellebecq ist kein Prophet – wohl aber ein meisterlicher Schriftsteller. (mü)
Bildquelle: KI-generiert @ZUERST!
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin
Kommentare 0
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!