Deutsches Geld in alle Welt: 600 Milliarden, die im Inland fehlen

Deutsches Geld in alle Welt: 600 Milliarden, die im Inland fehlen
Foto: Symbolbild

 Berlin. Deutschland – Melkkuh der Welt: wie in kaum einem anderen Bereich trifft dieses Bild auf die Entwicklungspolitik zu. Denn: sage und schreibe 407,7 Milliarden Euro hat die Bundesrepublik nach Angaben der Bundesregierung zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 30. Juni 2026 an Entwicklungshilfe aufgewendet. Die Summe nannte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Stephan Brandner.

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Brandner stellt die Zahl den wachsenden finanziellen Belastungen des deutschen Staates gegenüber, die in aller Regel zu Lasten der Steuerzahler gehen. Nach seiner Auffassung hätte ein erheblicher Teil der Mittel auch für die Infrastruktur oder die sozialen Sicherungssysteme eingesetzt werden können. In seiner Kritik verweist er unter anderem auf umstrittene Projekte wie Fahrradwege in Peru, klimafreundliche Kühlschränke in Kolumbien, Kartoffelchips in Kenia und Gender-Trainings in China.

Die Bundesregierung faßt unter dem Begriff der Entwicklungshilfe (offiziell: ODA - „Official Development Assistance“, also „öffentliche Entwicklungszusammenarbeit“) weit mehr zusammen als klassische Zuschüsse des Entwicklungsministeriums. 2025 stammten lediglich rund 39 Prozent der deutschen Entwicklungshilfe aus dem BMZ-Haushalt. Weitere Anteile kamen unter anderem vom Auswärtigen Amt, vom Wirtschaftsressort, aus EU-Mitteln sowie von Ländern und Kommunen. Auch Kosten für ausländische Studenten und Flüchtlinge können berücksichtigt werden.

Die im Raum stehende Gesamtsumme ist bei alledem nur ein Teil der tatsächlich ins Ausland abfließenden deutschen Gelder: rechnet man Entwicklungsausgaben und weitere deutsche Unterstützungsleistungen für ausländische Staaten zusammen, kommt man sogar auf Größenordnungen von annähernd 600 Milliarden Euro – Geld, das für den heimischen Sozialstaat, die Renten, die Krankenversicherung und den Unterhalt der Infrastruktur fehlt. (rk)

Bild: Pixabay/Gemeinfrei

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