Der US Army gehen die Raketen aus: Wiederbeschaffung dauert Jahre
Washington. Die Munitionsknappheit der US-Streitkräfte infolge des Krieges gegen den Iran wird immer schlimmer. Jetzt hat Washington – laut dem Wirtschaftsinformationsdienst Bloomberg – die Verbündeten vor Verzögerungen bei der Lieferung wichtiger Raketensysteme gewarnt. Deutschland habe Washington um schnellere Lieferungen von „Tomahawk“-Marschflugkörpern und „Typhon“-Abschußsystemen gebeten. Der Hersteller Raytheon könne entsprechende Bestellungen wegen fehlender Bestände jedoch voraussichtlich erst innerhalb von fünf Jahren erfüllen. Auch mehrere osteuropäische Staaten sind bereits von Verzögerungen betroffen.
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Auch das Pentagon kommt inzwischen nicht mehr darum herum, Engpässe einzuräumen. Der Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums erklärte, der Verbrauch schwerer Waffen im Iran-Krieg „hat zu einem strategischen Mangel in den Arsenalen geführt und Engpässe bei der industriellen Basis der Munitions-Nachlieferungen enthüllt“. Eine Analyse des Congressional Budget Office kommt zu dem Ergebnis, daß die USA seit Juni 2025 bei bestimmten Abfangraketen zwischen der Hälfte und zwei Dritteln ihrer Bestände eingesetzt haben. Selbst bei gesteigerter Produktion könne die Wiederauffüllung bis zu fünf Jahre beanspruchen.
Besonders hart treffen die Nachschubschwierigkeiten die Ukraine. Kiew benötigt westliche Abfangraketen dringend für seine Luftverteidigung gegen russische Angriffe. Die „Washington Post“ berichtete im Mai, der Bestand an PAC-3-Raketen für „Patriot“-Systeme sei „beinahe völlig ohne“. Europäische Staaten fürchten zudem Folgen für das Programm PURL, über das sie US-Waffen für die Ukraine finanzieren. Präsident Selenskyj räumte letzten Monat ein, die Ukraine habe 2026 bislang nur ein Drittel der Luftabwehrraketen erhalten, die ihr im entsprechenden Zeitraum 2025 geliefert worden seien. Bei nächtlichen russischen Angriffen meldeten ukrainische Einheiten mehrfach, keine einzige Rakete abgefangen zu haben.
Europäische Regierungschefs wollen Trump nun nach Bloomberg-Informationen zu weiteren „Patriot“-Lieferungen bewegen. Zudem sollen US-Lizenzen den europäischen Staaten den Eigenbau von „Patriot“-Raketen ermöglichen.
Kreml-Berater Juri Uschakow erklärte unterdessen, Washington könne den Ukraine-Konflikt erheblich verkürzen, indem es „zuerst und vor allem jede Unterstützung für Kiew einstellen“ lasse. (mü)
Bildquelle: US Army/Gemeinfrei
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